Brenner-Nordzulauf

Für die Kritiker verlaufen noch zu viele Abschnitte der Trasse oberirdisch

©Matthias Balk/dpa/picture-alliance

Proteste gegen Trasse des Brenner-Nordzulaufs

Unmittelbar nachdem der Trassenverlauf des Brenner-Nordzulaufs bekannt gegeben wurde, haben Vertreter aus der Region Proteste angekündigt.

Rosenheim. Nach der Bekanntgabe des Streckenverlaufs für mögliche neue Gleise im Inntal Richtung Brenner fordern Vertreter in der Region Nachbesserungen, insbesondere weitere Untertunnelungen. Bürgerinitiativen haben am Mittwoch, 14. April, massiven Widerstand gegen das Projekt angekündigt. Sie sehen schon jetzt die Möglichkeit zu klagen. Die Bahn hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die geplante Neubau-Trasse östlich von Rosenheim und Inn verlaufen soll, es ist mit 60 Prozent Tunnel-Anteil die aufwändigste der zuletzt noch vier Varianten.

Die Initiative „Pro Riederung – brenna tuats“ reagierte entsetzt, denn die Gleise sollen direkt an dem Ort vorbeigehen. Die Trasse werde als die umweltschonendste dargestellt. „In Wirklichkeit ist es die längste, teuerste und technisch aufwändigste Trasse.“ Das Projekt sei ein Milliardengrab. Die bestehenden Gleise seien derzeit nicht einmal zur Hälfte ausgelastet. Für den 24. April haben die Bürgerinitiativen eine „Protestwelle“ durchs Inntal angekündigt. Von Ostermünchen bis Oberaudorf wollen sie mit Töpfen, Trillerpfeifen und Kuhglocken ein akustisches Signal setzen.

Mehr Tunnel gefordert

Der Rosenheimer Landrat Otto Lederer (CSU) sagte, die Wahl sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, da die Flächen-Inanspruchnahme am geringsten ausfalle. Es sei aber nicht nachvollziehbar, dass eine Neubaustrecke so geplant werde, dass sie Infrastruktureinrichtungen wie Bundesstraßen oder Bahngleise oberirdisch kreuze. „Auch die Tatsache, dass derzeit nördlich und westlich von Rosenheim keine unterirdischen Streckenanteile geplant sind, ist nicht vermittelbar.“

Der Rosenheimer Bürgermeister Andreas März (CSU) verlangte eine Untertunnelung des Inns im Norden der Stadt. Im Raumordnungsverfahren sei eine unterirdische Lösung als Maßgabe festgesetzt worden. (dpa)

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