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Der Bund investiert zu wenig in den Ausbau der Bundesfernstraßen, kritisiert Pro Mobilität

©picture alliance/dpa/Uwe Zucchi

Pro Mobilität kritisiert Haushaltsplanung

In den Jahren 2014 und 2015 liegen die Investitionen in den Fernstraßenbau unter dem Durchschnitt der letzten Legislaturperiode, kritisiert der Lobbyverband.

Berlin. Anlässlich der laufenden Haushaltsdebatten im Bundestag übt der Lobbyverband Pro-Mobilität Kritik an den Planungen des Bundes. Mit dem Etatentwurf 2015, dessen erste Lesung im Bundestag am Freitag ansteht, habe die Bundesregierung ihre bisherige Finanzplanung zu Lasten der Verkehrsinvestitionen revidiert, bemängelt Pro Mobilität in einer Mitteilung. Durch eine Korrektur beim erwarteten Aufkommen der LKW-Maut fehlten bei den Investitionen in Bundesfernstraßen bis 2017 jährlich mehr als 200 Millionen Euro. „Das verschärft die Finanzprobleme des bröckelnden Straßennetzes zusätzlich“, warnt Pro-Mobilität-Präsident Peter Fischer. Über die gesamte Legislaturperiode entstehe ein Finanzloch von fast 900 Millionen Euro, das die Wirkung des 5-Milliarden-Euro-Programms der Koalition für die Verkehrsinfrastruktur deutlich abschwäche.

Niedrige Fernstraßeninvestitionen

Nach 2014 sollen die Fernstraßeninvestitionen auch 2015 mit 5,2 Milliarden Euro erneut unter dem Durchschnitt der letzten Legislaturperiode liegen. Von 2010 bis 2013 waren pro Jahr durchschnittlich 5,4 Milliarden Euro ausgegeben worden. „Wenn die Investitionen dann 2016 und 2017 laut Finanzplanung auf 5,6 Milliarden Euro bzw. 6,1 Milliarden Euro steigen sollen, ist dies leider nur ein kurzes Strohfeuer“, betont Fischer. Bereits 2018 sollen die Mittel wieder auf 5,3 Milliarden Euro und damit unter das Niveau von 2013 sinken. Durch das Auf-und-ab fehle den Ländern und der Bauwirtschaft die notwendige Planungssicherheit, um Kapazitäten für einen zunehmenden Planungs- und Baubedarf schaffen zu können.

Die Annahmen der alten Finanzplanung zum LKW-Mautaufkommen seien absehbar nicht erreichbar gewesen, aber nicht vor der Bundestagswahl oder in den Koalitionsverhandlungen korrigiert worden. Dies nun nachträglich auf Kosten der Straßenfinanzierung zu tun, sieht der Verband kritisch. „Die Koalition sollte zumindest die Kürzungen der mautfinanzierten Investitionen um mehr als 200 Millionen Euro pro Jahr aus dem Steueraufkommen ausgleichen“, fordert Fischer. Die mit dem 5-Milliarden-Euro-Programm geweckten Erwartungen sieht er nicht erfüllt. (diwi)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special VERKEHRSINFRASTRUKTUR BAU & FINANZIERUNG.

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