Güterzug Polen

Für die Modernisierung des Schienennetzes hat die polnische Regierung über 15 Milliarden Euro eingeplant

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Polen: Rückschlag für Güterzüge

Die massiven Geldbeträge der EU für die Modernisierung der teils maroden Schienen-Infrastruktur werden bis zum Jahr 2020 nicht voll genutzt – dies gab jetzt indirekt die Regierung in Warschau zu.

Warschau. Der polnische Schienentransport steckt weiterhin in der Krise. Im Gespräch mit polnischen Medien gab der für die Bahn zuständige stellvertretende Verkehrsminister Andrzej Bittel jetzt zu, dass die PIäne scheitern könnten, 70 Milliarden Zloty (über 15 Milliarden Euro) für die Modernisierung der Schienen-Infrastruktur bis zum nächsten Jahr auszugeben. Dies ist der Betrag, den die EU in ihrem Haushalt 2014-2020 für Polen bereitgestellt hat. Sollte ein Teil des Betrages nicht rechtzeitig abgerufen werden, würde er verfallen.

Kaum jemand in der Branche rechnet noch mit einer vollen Ausnutzung der Fonds. Die Regierung versprach in den letzten Wochen nur, alle EU-Finanzmittel ab dem Jahr 2021 auf jeden Fall zu nutzen. Dies wurde bereits als Eingeständnis des Scheiterns gewertet. Die Entwicklung ist eine große Enttäuschung für den Sektor, der dringend eine grundlegende Modernisierung braucht. Die durchschnittliche Geschwindigkeit von Güterzügen liegt in Polen mit etwa 24 km/h nur gut halb so hoch wie in Deutschland. Und die derzeit dynamisch expandierenden polnischen Häfen – allen voran Danzig – machen sich bereits Sorgen, dass ihr Wachstum ohne eine vernünftige Schienenanbindung bald ausgebremst werden könnte. (mk)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special RAILCARGO & KOMBINIERTER VERKEHR STRASSE-SCHIENE.

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