Open Logistics Foundation

Legen die Basis für eine Open-Source-Community in der Logistik (v.l.): Stefan Hohm (Dachser), Professor Michael ten Hompel (Fraunhofer IML), Stephan Peters (Rhenus), Christian Bockelt (DB Schenker) und Markus Bangen (Duisport)

©Open Logistics Foundation / S. Gabsch

Open Logistics Foundation gegründet

Dachser, DB Schenker, Duisport und Rhenus haben eine gemeinnützige Stiftung für den Aufbau einer europäischen Open-Source-Community ins Leben gerufen. Alle dort zur Verfügung gestellten Tools und Komponenten werden kostenfrei für kommerzielle Anwendungen verwendbar sein.

Dortmund/Berlin. Es ist laut Initiatoren eine bislang in der Logistik einmalige Technologieinitiative: Die Logistikkonzerne Dachser, DB Schenker, Duisport und Rhenus haben in Berlin die Open Logistics Foundation gegründet. Zweck der gemeinnützigen Stiftung ist der Aufbau einer europäischen Open-Source-Community mit dem Ziel, die Digitalisierung in Logistik und Supply-Chain-Management auf der Basis von Open Source voranzutreiben und logistische Prozesse durch De-facto-Standards zu vereinheitlichen.

IT-Tools und -Komponenten kostenfrei nutzbar

Der Open-Source-Ansatz bedeutet, dass die im Rahmen der angestrebten Community zur Verfügung gestellten IT-Tools und -Komponenten kostenfrei und ohne Einschränkung für kommerzielle Anwendungen verwendbar sein werden. Kern der Stiftungsarbeit ist denn auch der Betrieb des so genannten Open Logistics Repository, einer technischen Plattform, auf der Soft- und Hardware, Schnittstellen, Referenzimplementierungen und Komponenten unter einer freien Lizenz zur Verfügung stehen. Unternehmen können diese dazu nutzen, um beispielsweise eigene Plattformen zu erweitern oder neue Produkte und Geschäftsmodelle schneller aufzusetzen.

„Wir betrachten die Gründung der Open Logistics Foundation als ersten Schritt auf dem Weg in eine Plattformökonomie, die auf europäischen Rechtsnormen und Werten aufbaut. Sie ist ein Anfang und gleichermaßen ein Appell an die Logistik, Technologie und Prozesse zusammen zu denken und sich aktiv an der Open-Source-Community zu beteiligen“, so die Stifter in einer gemeinsamen Erklärung. Die Initiative zur Open Logistics Foundation war vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML im Rahmen seines Forschungsvorhabens Silicon Economy ausgegangen, das mit 25 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert wird.

Anlässlich der Stiftungsgründung wurden auch die Gremien besetzt: In den Vorstand gewählt wurden Jochen Thewes (Vorsitzender), CEO von DB Schenker, Stephan Peters (stellvertretender Vorsitzender), Mitglied des Vorstands Rhenus, und Stefan Hohm (stellvertretender Vorsitzender), CDO von Dachser. Das Kuratorium bilden Professor Michael ten Hompel (Vorsitzender), Geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML, und Markus Bangen, CEO von Duisport, sowie Jakub Piotrowski CIO/CDO der BLG Logistics Group.

Unternehmen können sich Förderverein anschließen

Die Stiftung wendet sich nach ihrem Selbstverständnis an alle logistikaffinen Unternehmen und ihre IT-Entwickler. Sie ist über den ebenfalls in Berlin gegründeten Förderverein Open Logistics e.V. offen für neue Mitglieder aus allen Bereichen der Logistik, angefangen bei Industrie, Handel und Dienstleistung über Frachtführer bis hin zu politischen Organisationen. Zu den Unternehmen, die ihre Mitarbeit im Förderverein bereits angekündigt haben zählen AEB, die BLG Logistics Group, GS1 Germany, Lobster Logistics Cloud und die Setlog Holding, aber auch Vereine wie die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung.

Die Aufbauphase der Plattform soll im kommenden Jahr stattfinden. Bei der Gründung wurden bereits erste Projekte benannt, darunter der erste E-Frachtbrief (eCMR) auf Open-Source-Basis sowie Implementierungen für den E-Palettenschein oder die FTS-Schnittstelle VDA 5050. (mh)

 

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special TEN HOMPEL, MICHAEL.

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