Craiss Lager Karlsruhe

JLL rechnet mittel- und langfristig mit einer deutlichen Ausweitung der Lager- und Logistikkapazitäten (Symbolbild)

©Albert Craiss

Laut JLL: Flächenumsatz bei Logistikflächen rückläufig

Demnach betrug der Flächenumsatz im ersten Halbjahr 2020 etwa 3 Millionen Quadratmeter - und damit 11 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In einem Ballungsraum stieg das Umsatzvolumen aber sogar um mehr als das Doppelte.

Frankfurt. Auf dem deutschen Markt für Lager- und Logistikflächen ist der Flächenumsatz laut des Immobilien-Spezialisten Jones Lang LaSalle (JLL) zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2020 betrug der Flächenumsatz demnach knapp 3 Millionen Quadratmeter (Eigennutzer und Vermietungen). Sowohl gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 als auch gegenüber dem 5-Jahresschnitt der ersten Halbjahre sei dies ein Rückgang von 11 Prozent.

Umsatzvolumen im zweiten Quartal nur geringfügig gesunken

Überdurchschnittlich gingen dabei die Umsätze durch Eigennutzer zurück (- 23 Prozent auf 926.000 Quadratmeter). Vermietet wurden mit rund 2 Millionen Quadratmeter 5 Prozent weniger als im Vorjahreshalbjahr.  Das zweite Quartal habe mit 1,46 Millionen Quadratmeter Flächenumsatz allerdings ein nur geringfügig niedrigeres Umsatzvolumen als die ersten drei Monate (1,53 Millionen Quadratmeter) aufgewiesen.

„Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen sich in den Statistiken der Vermietungsumsätze weniger deutlich als in anderen Sektoren“, sagte Frank Weber, Head of Industrial Agency JLL Germany. „Nach einer Phase der Zurückhaltung und teilweise auch des Stillstands beobachten wir eine zunehmende Aktivität potentieller Logistiknutzer“, so Weber weiter. Für die zweite Jahreshälfte würden sich bereits größere Abschlüsse abzeichnen. Er rechnet damit, dass JLL am Jahresende zum sechsten Mal in Folge einen Umsatz von über 6 Millionen Quadratmeter bilanzieren könne.

In den Big 5-Ballungsräumen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München lag der Umsatz laut des Immobilienspezialisten in den ersten sechs Monaten bei 881.000 Quadratmeter (+2 Prozent gegenüber dem Vorjahr), der Vergleich mit dem entsprechenden 5- und 10-Jahresschnitt zeigte jeweils ein Minus von rund 10 Prozent.

Heftige Einbußen in Berlin und Düsseldorf

Während Berlin und Düsseldorf im Jahresvergleich deutliche Umsatzeinbußen von 36 und 40 Prozent hinnehmen mussten, lagen die Regionen Frankfurt und Hamburg mit 6 beziehungsweise 10 Prozent im Plus. In München und Umland stieg das Umsatzvolumen mit 207.000 Quadratmeters dank dem bundesweit größten Abschluss der ersten sechs Monate sogar auf mehr als das Zweieinhalbfache des Vorjahresvolumens.

„Unternehmen aus dem Bereich Handel und E-Commerce haben mit 56 Prozent – nach 32 Prozent im Vorjahr - den mit Abstand größten Anteil des Umsatzvolumens in den Ballungsräumen auf sich vereinen können“, sagte Weber. Vor allem der stationäre Lebensmitteleinzelhandel und die Onlineanbieter hätten demnach in den zurückliegenden Krisenmonaten ihren Beitrag zur Sicherung der Versorgung geleistet und seien damit auch in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich präsenter als ohnehin üblich.

Mittel- und langfristig rechnet er bei der Ausrichtung der Logistikstandorte von einer noch stärkeren Orientierung am Kunden aus - egal ob bei Endverbraucher oder Unternehmen. Dies gehe auch mit einer deutlichen Ausweitung der Lager- und Logistikkapazitäten einher, so Weber. 20 Prozent des Umsatzvolumens in den Big 5 verbuchte der Bereich Transport, Verkehr und Lagerhaltung, Industrieunternehmen kamen dank des Rekord-Abschlusses im Münchener Umland auf 13 Prozent des Umsatzvolumens. (sn)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LOGISTIKREGIONEN & STANDORTE.

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