Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger verlangt von der Bundesregierung im Jahr 2026 tiefgreifende Reformen. „Deutschland braucht einen großen Wurf – sonst droht eine Dauerkrise“, sagte Dulger der „Deutschen Presse-Agentur“. Man stecke „in der längsten Krise seit Gründung der Bundesrepublik“, so Dulger. Die Welt verändere sich rasant, sagte Dulger. „Auch wir müssen uns bewegen, wenn wir nicht den Anschluss verlieren wollen.“ Deshalb müsse 2026 das Jahr der tiefgreifenden Reformen werden.
Reformen sollen Wirtschaft ankurbeln
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe auf dem Arbeitgebertag im November 2025 von einem „Epochenbruch“ gesprochen. Merz hatte den anhaltenden russischen Angriffskrieg in der Ukraine genannt, autoritäre Systeme auf der Welt, ein aggressiver auftretendes China sowie US-Präsident Donald Trump, der mit Zolltarifen versuch, „America first“ durchzusetzen. „Gerade dieser Epochenbruch muss doch dazu führen, dass wir unbürokratischer und schneller werden – und dass wir unseren Sozialstaat neu aufstellen“, sagte Dulger. „Die außenpolitischen Krisen machen Reformen im Inland notwendiger denn je. Ich erinnere den Kanzler gern daran: Gute Außen- und Sicherheitspolitik ist nur möglich, wenn die Wirtschaft wächst.“
Bürokratieabbau und Sozialstaatsreformen
Dulger forderte konkret einen deutlichen „Bürokratierückbau“. Dies würde Unternehmen und Bürgern mehr Freiheit zur Entfaltung ermöglichen. Zudem müsse es mehr Netto vom Brutto geben. Dulger sprach zudem angesichts steigender Sozialausgaben von kostensenkenden Sozialstaatsreformen. „Unser Sozialstaat muss treffsicherer und gerechter werden.“ Arbeit müsse deutlich attraktiver werden als Nicht-Arbeit. „Das alles würde Deutschland so viel attraktiver für Investoren aus dem Inland und dem Ausland machen. Investitionen in den 20er-Jahren führen zu Wachstum in den 30er-Jahren.“
Rentenkommission eingesetzt
Merz hat wiederholt tiefe Reformen angekündigt. Konkret wurde aber zuletzt eine Rentenkommission eingesetzt. Bis Mitte 2026 sollen Vorschläge vorliegen. Dabei dürfte es auch um die Frage eines späteren Renteneintrittsalters gehen.