Das rückläufige Briefaufkommen setzt der Deutschen Post zunehmend zu. Zwar konnte der Konzern im Segment Post & Paket Deutschland seinen Umsatz im ersten Quartal um 1,7 Prozent auf rund 4,5 Milliarden Euro steigern. Die Profitabilität ging jedoch zurück: Das operative Ergebnis (Ebit) sank um 5,8 Prozent auf 264 Millionen Euro.
Hauptgrund für den Ergebnisrückgang sind weiter sinkende Briefmengen, die die Kostenstruktur zunehmend belasten. Je weniger Sendungen pro Zustellgang transportiert werden, desto stärker steigen die Stückkosten. Hinzu kommen höhere Personalkosten, die das Ergebnis zusätzlich drücken.
Briefmengen sinken deutlich schneller
Im Jahresauftaktquartal beförderte die Post 2,5 Milliarden Briefe, was einem Rückgang von 13,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Damit fiel der Mengenschwund deutlich stärker aus als im Gesamtjahr 2025, in dem das Minus noch bei 7,2 Prozent gelegen hatte.
Als einen Grund für den starken Rückgang nennt der Konzern einen Sondereffekt im Vorjahr: Im ersten Quartal 2025 hatte die Bundestagswahl mit einem erhöhten Briefwahl‑Aufkommen für zusätzliche Sendungsmengen gesorgt. Zudem verlor die Post inzwischen einen größeren Werbepostkunden.
Steigende Kosten treffen auf fehlende Portoerhöhung
Der beschleunigte Rückgang überrascht das Management nicht. Der strukturelle Trend weg vom Brief halte an, erklärte Vorstandschef Tobias Meyer. Im weiteren Jahresverlauf rechne man zwar mit einer gewissen Abschwächung des Rückgangs, die grundlegende Entwicklung setze sich aber fort.
Die gesunkene Profitabilität im Briefgeschäft erklärt der Konzern auch mit dem fehlenden Preisspielraum. 2026 gab es keine Portoerhöhung, sodass gestiegene Kosten – etwa höhere Spritpreise und inflationärer Druck – nicht an die Kunden weitergegeben werden konnten. Die nächste staatlich genehmigte Portoanpassung wird erst Anfang 2027 erwartet.