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Megahub Lehrte geht an den Start

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Drei Hochleistungsportalkräne verladen beim Megahub Lehrte die Ladeeinheiten vom und auf den Zug beziehungsweise Lkw
© Foto: DB Netz

Nach 24 Monaten Bauzeit hat das Megahub Lehrte am 15. Juni seinen Betrieb aufgenommen. Das Pilotprojekt vom Bund und der Deutschen Bahn setzt neue Maßstäbe im Kombinierten Verkehr.

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Hannover. Nach zweijähriger Bauzeit hat gestern der Megahub in Lehrte bei Hannover seinen Betrieb gestartet und den Güterumschlag zwischen Lkw und Zügen begonnen. Mit dem Projekt sollen neue Verkehre im Kombinierten Verkehr für die Schiene gewonnen und damit die Straßen entlastet werden. Bei voller Auslastung sei es nach Angaben der Deutschen Bahn möglich, bis zu 269.000 Ladeeinheiten im Jahr umzuschlagen. Betreiber der Anlage ist die MegaHub Lehrte Betreibergesellschaft, einer Tochter der Deutschen Umschlaggesellschaft Schiene-Straße (DUSS). 

Als erste Anlage ihrer Art in Deutschland beschleunigt der Megahub laut Bahn mit diversen Innovationen den Umschlag von Ladeeinheiten (vorwiegend Container, Wechselbehälter oder Sattelauflieger). Statt Güterwagen zu rangieren und Züge so neu zusammenzustellen, werden  einzelne Ladeeinheiten umgeschlagen und nach ihren Zielorten neu auf Güterzüge verteilt. Diese effiziente Arbeitsweise soll Zeit und Energie sparen sowie die Lärmbelastung senken.

Innovative Sortieranlage

Eine besondere Rolle spiele zudem die neuartige, vollautomatische Sortieranlage, durch die Güter wesentlich schneller und effizienter umgeschlagen werden können. Drei rund 20 Meter hohe Hochleistungsportalkräne verladen demnach die Ladeeinheiten vom und auf den Zug beziehungsweise Lkw. Unterstützt werden sie dabei von digital per WLAN gesteuerten Transportfahrzeugen.

Nach dem Start des Schiene-Straße-Umschlags sollen ab Herbst auch Ladeeinheiten zwischen verschiedenen Zügen umgeladen werden, wie aus einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn hervorgeht.

Hellmann profitiert als erster Kunde

Erster Kunde des Megahubs ist Hellmann Worldwide Logistics. Mit der Nutzung sei es laut dem global tätigen Logistikdienstleister möglich, Routen flexibler zu kombinieren, das intermodale Transportnetz in Deutschland und Europa zu verdichten und so zu einer verbesserten Versorgungssicherheit seiner Kunden beizutragen. Die neue Umschlaganlage befinde sich laut Hellmann zudem in der Nähe der Unternehmens-Niederlassung in Lehrte. Durch verkürzte Wege zwischen Umschlaglager und KV-Terminal könnten die Abläufe im Vor- und Nachlauf zum Schienentransport so optimiert werden. Gleichzeitig erhöht der Logistikdienstleister nach eigenen Angaben seine Kapazitäten, weil er Verlade- und Transportzeiten maßgeblich reduzieren kann.

Entlastung für den Stadtverkehr und weniger CO2-Ausstoß

Etwa 40 Lkw-Touren zwischen dem Umschlags-Lager und dem bisher genutzten KV-Terminal in Hannover Linden könnten so vermieden und damit sowohl der CO2-Ausstoß maßgeblich reduziert, als auch der Verkehr im Stadtgebiet Hannover entlastet werden. Die gleichzeitige gute Anbindung an den Straßenverkehr durch die unmittelbare Nähe zur A 2 und A 7 biete laut Hellmann zudem die Möglichkeit, den Kombinierten Verkehr weiter auszubauen und perspektivisch weitere Züge – zum Beispiel zwischen Hamburg und Nürnberg – über den Megahub anzubieten.

„Dank der neuen KV-Anlage können wir unsere bisher singulären Zugleistungen zu einem Netzwerk verknüpfen, indem wir angebotene Routen neu kombinieren. Das birgt für uns als Unternehmen erhebliche Wachstumsperspektiven“, sagte Dirk Baerbock, Head of Multimodal Solutions Europe, Hellmann Worldwide Logistics.

Der Spatenstich auf dem rund 120.000 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs Lehrte erfolgte im Mai 2018. Der Megahub ist eine Pilotanlage des Bundes, gemeinsam mit der Bahn hat er rund 170 Millionen Euro in die Anlage investiert. Nach den Erkenntnissen aus dem Probebetrieb wird nach Informationen der Deutschen Bahn über die bundesweite Konzeption sowie den Bau weiterer Anlagen entschieden. (sn)

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