Der Flächenumsatz summiere sich auf rund 5,36 Millionen Quadratmeter und übertreffe damit den Vorjahreswert von 4,36 Millionen Quadratmeter um rund eine Million Quadratmeter beziehungsweise 23 Prozent, so JLL Germany. Die Anzahl der Abschlüsse entsprach im Jahresvergleich mit 524 Verträgen dem Niveau des Vorjahres. Zurückzuführen sei das Umsatzplus überwiegend auf die Zunahme von Abschlüssen ab 10.000 Quadratmeter, so JLL Germany.
„Erfahrungsgemäß ist das vierte Quartal oft das stärkste. Wenn sich das bestätigt, könnten wir in diesem Jahr die Marke von sieben Millionen Quadratmeter Flächenumsatz knacken“, sagt Sebastian Bögel, Head of Industrial & Logistics Agency JLL Germany, mit Blick auf die kommenden Monate.
Umsatz in den fünf Metropolen insgesamt stabil
Der Flächenumsatz in den fünf großen Ballungsräumen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München erreichte in den ersten drei Quartalen 2026 etwa das Niveau des Vorjahres. Als aktivste Nutzergruppe erwiesen sich Unternehmen aus dem Segment Transport, Verkehr und Lagerhaltung mit rund 45 Prozent des Gesamtumsatzes und einem Plus von rund 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Industrieunternehmen verzeichneten dagegen einen Rückgang um neun Prozent.
Nach wie vor komme deutlich weniger Angebot auf den Markt als im Vorjahr, so JLL Germany. „Da in vielen Metropolen moderne, kurzfristig verfügbare Flächen fehlen, bleibt die Situation weiterhin angespannt“, sagte Bögel. Positiver stellt sich die Bauaktivität dar: Mit rund 883.000 Quadratmeter befinden sich laut JLL Germany aktuell gut 60 Prozent mehr Flächen im Bau als vor Jahresfrist, wovon etwa 55 Prozent noch unvermietet seien.
Regionen außerhalb der Metropolen wachsen stärker
Etwas anders stellt sich die Situation außerhalb der Metropolregionen dar. Mit rund 4,02 Millionen Quadratmeter wurden in den ersten neun Monaten 2026 außerhalb der fünf großen Ballungsräume rund ein Drittel mehr Quadratmeter umgesetzt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Niveau des fünfjährigen Mittelwertes wurde um sechs Prozent übertroffen, der zehnjährige Mittelwert sogar um acht Prozent. Rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes entfielen auf Eigennutzer.
Bereich Transport und Logistik dominiert
Unternehmen aus dem Bereich Transport, Verkehr und Lagerhaltung legten im Jahresvergleich noch einmal deutlich zu (plus rund 700.000 Quadratmeter) und dominierten auch in den ersten neun Monaten 2026 die Flächennachfrage. Mit einem Anteil von rund 48 Prozent entfielen rund 1,91 Millionen Quadratmeter auf diese Branche. Handelsunternehmen legten im Jahresvergleich um 25 Prozent zu und zeichneten für 19 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich.
Die Nachfrage von Industrieunternehmen ging dagegen um sieben Prozent zurück, verglichen mit dem langjährigen Mittelwert beträgt der Rückgang sogar 30 Prozent.
Chinesische Unternehmen treiben Nachfrage im Ruhrgebiet
JLL Germany weist zudem auf einige Besonderheiten hin, die in verschiedenen Regionen das Geschehen prägen. So liegt mit rund 487.800 Quadratmeter und einem Zuwachs von 20 Prozent im Zwölfmonatsvergleich das Ruhrgebiet laut JLL Germany an der Spitze der Regionen außerhalb der fünf Metropolen. Rund 43 Prozent des hier generierten Umsatzes entfallen dabei auf Anmietungen durch chinesische Unternehmen. Die durchschnittliche Flächengröße dieser Anmietungen lag laut den Zahlen von JLL Germany bei rund 14.200 Quadratmetern. „Das Ruhrgebiet profitiert weiterhin besonders stark von der anhaltenden Nachfrage chinesischer Unternehmen“, sagte Bögel.
Die Region Hannover/Braunschweig konnte das Vorjahresergebnis mehr als vervierfachen. Hier dominieren Abschlüsse durch Handelsunternehmen mit einem Anteil von 44 Prozent am Gesamtumsatz. Die Anmietung von Takko Fashion über rund 56.800 Quadratmeter markiere den größten Abschluss der Region. Platz drei belegt die Region Osnabrück/Münster mit 259.100 Quadratmetern und einem Anstieg von 185 Prozent.