Iveco S-Way

Das jetzt für die Fernverkehrs-Baureihe X-Way verfügbare System hat Iveco um den Kriechmodus erweitert

©Gerhard Grünig/VerkehrsRundschau

Iveco S-Way mit hydraulischem Kriechmodus

Für leichte Offroad-Einsätze gab es bereits beim Iveco Stralis sowie bei den Baufahrzeugen der X-Way-Reihe einen zuschaltbaren hydraulischen Vorderradantrieb. „Hi-Traction“ ist jetzt auch beim Nachfolger S-Way lieferbar – erweitert um einen praktischen Kriechmodus.

Ulm. Iveco war nicht der erste Hersteller, der sich dem Thema zuschaltbarer hydraulischer Vorderradantrieb nutze. Doch die Deutsch-Italiener nutzten die Entwicklungszeit, um das System zu perfektionieren und Zusatzfunktionen zu integrieren, die es in der Form nicht bei allen Marktbegleitern gibt. So ist die Hi-Traction genannte, angetriebene Vorderachse grundsätzlich als Anfahrhilfe ausgelegt, um die Traktion im niedrigen Geschwindigkeitsbereich zu erhöhen. Das ist gerade bei Nässe und schlüpfigem Untergrund eine sinnvolle Geschichte – zumal Iveco die Steuerung soweit perfektioniert hat, dass sich der Fahrer nicht weiter darum kümmern muss, auch kaum etwas davon merkt, stattdessen nahezu unbewusst die Vorteile des Systems nutzen kann.

Das jetzt für die Fernverkehrs-Baureihe X-Way verfügbare System hat Iveco um eine weitere interessante Funktion erweitert: Den „Creep working Mode“, zu Deutsch: Kriechmodus. Den kann der Fahrer für die Vorwärtsfahrt, wie auch für das Rangieren anwählen. So lange das System aktiv ist, treibt dann ausschließlich die hydraulisch angetrieben Vorderachse Zugmaschine oder Zug an. Ideal ist so etwas zum Beispiel beim Abkippen und langsamen Vorziehen, wenn die Hinterachse durch den angekippten Kippsattel entlastet wird und so kaum Antriebskraft übertragen kann. Dazu muss der Fahrer seinen Lkw anhalten, das Traxon-Getriebe in Neutralstellung bringen und die Handbremse einlegen. Hi-Traction im Fahrmodus darf ebenfalls nicht aktiviert sein.

Maximal 10 Kilometer pro Stunde im Kriechmodus

Nach Drücken der Vor- oder Rückwärtstaste und Lösen der Feststellbremse ist der Kriechmodus aktiv. Gibt der Fahrer „Vollgas“ zieht die Vorderachse bis maximal zehn km/h. Geht der Fahrer vom Gas, bremst der Lkw hydraulisch bis zum Stillstand. Alles dazwischen ist linear, „Halbgas“ bedeutet also fünf km/h. Zusätzlich kann der Fahrer den Tempomat aktivieren. Jeder Tipp an den entsprechenden Set-Tasten bedeutet plus/minus ein halbes km/h. So kann er beispielsweise beim Entladen am Fertiger das eigene Tempo perfekt anpassen und kann so die Maschine beim Schieben entlasten. Der Tempomat funktioniert in beide Richtungen und kann nach einer Phase der Nichtnutzung auch wieder Resettet werden. Sollte der Fahrer bremsen oder kommt das Fahrzeug wegen eines zu hohen Fahrwiderstandes zum Stillstand, deaktiviert sich die Tempomat Funktion im Kriechmodus.

Das neue System ist vor allem für Einsätze im niedrigen Geschwindigkeitsbereich gedacht, bei denen die Traktion der Vorderachse ausreicht bzw. die Hinterachse mehr oder weniger stark entlastet ist. Das Test & Technik-Ressort von VerkehrsRundschau und TRUCKER hatte bereits Gelegenheit das System einem kurzen Check zu unterziehen und bescheinigt eine feinfühlige Regelung sowie ausreichende Kraft in allen Situationen. (gg)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LKW-LANDVERKEHR & STÜCKGUT.

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