TIR-Verfahren, Lkw-Schild, Carnet-TIR

China hatte im Sommer 2016 das Carnet-TIR-Verfahren zur vereinfachten Zollabfertigung von Gütern im internationalen Straßengütertransport ratifiziert

©Björn Wylezich/Adobe Stock

Erste TIR-Lkw-Fahrt zwischen China und Europa

Ein Lkw der niederländischen Transportfirma Alblas brauchte 13 Tage für die gut 7000 Kilometer lange Strecke zwischen der chinesischen Grenze zu Kasachstan und Polen.

London/Genf. Erstmals hat ein Lkw China mit Europa in einer durchgängigen Fahrt über Land unter den Bedingungen des Carnet-TIR-Verfahrens verbunden. Ein Lkw der niederländischen Transportfirma Alblas brauchte 13 Tage für die gut 7000 Kilometer lange Strecke zwischen der chinesischen Grenze zu Kasachstan und Polen. Der Landweg zwischen China und Europa habe sich durch die Testfahrt als gute Alternative zum Luft- und Wasserweg erwiesen, teilten die Organisatoren mit.

Die Fahrt war ein Gemeinschaftsprojekt von Alblas, Ceva Logistics, Shanghai Jet-Rail International Transport und der International Road Transport Union (IRU). Der Lkw fuhr dabei durch Kasachstan, Russland, Weißrussland bis nach Polen. Bei den Kontrollen über das TIR-Verfahren habe es in keinem der Länder Probleme gegeben. 

Gütertransport per Lkw 50 Prozent preiswerter

Ceva hatte im Mai damit begonnen, eine Landverbindung zwischen China und Europa per Lkw zu planen. Laut Ceva ist der Gütertransport per Lkw zwischen China und Europa um 50 Prozent preiswerter als per Flugzeug. Mit der Dauer von zehn bis 15 Tagen sei er zudem 30 bis 50 Prozent schneller als der Transport per Bahn.

„Der Test zeigt, dass ein in China ausgestelltes TIR-Carnet in den Transit-Ländern zwischen China und Europa überall akzeptiert wird“, zitiert das britische Fachmagazin „The Loadstar“ Torben Bengtsson von Ceva-China. Aufbauend auf der erfolgreichen Testfahrt werde Ceva jetzt einen regelmäßigen Verkehr auf dieser Strecke planen. Das Angebot soll in den kommenden Monaten stehen. „Wir haben eine Menge Kunden, die auf so eine Dienstleistung warten“, so Bengtsson.

IRU Generalsekretär Umberto de Pretto nannte die TIR-Fahrt ein „Win-Win-Win“-Modell für die Wirtschaft, den Handel und die Regierungen der beteiligten Länder. „Der Test hat gezeigt, dass das TIR-System sicher und höchst wettbewerbsfähig in Bezug auf Kosten und Zeit ist“, teilte er mit. Der Güter-Landverkehr werde den Handel zwischen China und Europa noch mehr Schwung verleihen.

China hatte im Sommer 2016 das Carnet-TIR-Verfahren zur vereinfachten Zollabfertigung von Gütern im internationalen Straßengütertransport ratifiziert. Es ermöglicht die schnellere Abfertigung von beladenen Lkw an den Grenzen. (kw)

 

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special CHINA – TRANSPORT & LOGISTIK.

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