Die Bahn-Linie über den Brenner soll künftig durch einen Tunnel führen

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Deutschland und Österreich stimmen Brenner-Zulaufstrecke ab

Deutschland und Österreich einigen sich über Zulaufstrecke für den umstrittenen milliardenteuren Brenner-Basistunnel

Rosenheim. Bei der Zulaufstrecke für den umstrittenen milliardenteuren Brenner-Basistunnel wollen Deutschland und Österreich ihre Planungen abstimmen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und seine Wiener Kollegin Doris Bures (SPÖ) unterzeichneten dazu am Freitag in Rosenheim eine Vereinbarung. „Die Infrastrukturunternehmen in Deutschland und Österreich können nun mit den abgestimmten Planungen für den Ausbau beginnen“, sagte Ramsauer. Naturschutzverbände und die Grünen lehnen das Projekt ab.

Ramsauer verspricht sich von der Rahmenvereinbarung den Start in eine breite Bürgerbeteiligung bei der Planung für die Zulaufstrecke auf bayerischer Seite. „Wir werden jetzt zügig einen Fahrplan für einen transparenten öffentlichen Planungsdialog entwickeln“, sagte er. „Nur gemeinsam mit den Menschen in der Region können wir dieses Großprojekt umsetzen.“

Massive Proteste von Bürgern

Im oberbayerischen Inntal gibt es jedoch schon jetzt massive Proteste gegen die Pläne. Bürgermeister im Landkreis Rosenheim wehren sich vehement gegen den vorgesehenen viergleisigen oberirdischen Ausbau. Sie fordern stattdessen eine Untertunnelung. Die CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig aus Rosenheim legte sich in der Frage der Trassenführung gar mit ihrem Parteifreund Ramsauer an.

Die bayerische Verkehrsstaatssekretärin Katja Hessel (FDP) verlangte in einer Mitteilung, der schriftlichen Vereinbarung müssten nun schnellstens Taten folgen. „Die wachsende Verkehrsbelastung auf der Schiene drängt dazu.“ Es sei wichtig, den Schulterschluss mit den Betroffenen frühzeitig zu suchen. Hessel: „Ich werde mich dafür stark machen, dass die betroffenen Kommunen eng in den Planungsprozess und die Trassenfindung eingebunden werden.“

Verkehr über die Alpen nimmt zu

Der Verkehr über die Alpen nimmt weiter rasant zu. Die Pläne für einen knapp 60 Kilometer langen Tunnel unter dem Brenner sind Jahrzehnte alt. Doch dafür müssen auch die sogenannten Zulaufstrecken ausgebaut werden. Auf deutscher Seite soll dafür die Strecke zwischen München, Rosenheim und Kiefersfelden viergleisig werden.

Der Brenner-Basistunnel gilt als eines der umfangreichsten und teuersten Verkehrsprojekte der Welt: Der eigentliche Tunnel soll acht Milliarden Euro kosten. Die Kosten für die deutsche Zulaufstrecke schätzt das Bundesverkehrsministerium auf 2,6 Milliarden Euro. Mit der Inbetriebnahme des Tunnels wird nicht vor 2032 gerechnet.

Die bereits für Anfang des Jahres vorgesehene Unterschrift unter die deutsch-österreichische Vereinbarung war verschoben worden, weil die Wiener Bundesregierung der Alpenrepublik ein milliardenschweres Sparpaket verordnete, das auch den Brenner-Basistunnel trifft. Die Rede ist von einem dreistelligen Millionenbetrag. (dpa) 

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special ALPENQUERENDER GÜTERVERKEHR.

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Alpenquerender Güterverkehr


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