Deutsche Maut-Pleite: Keine Häme in Frankreich 20.02.2004

Die Kündigung des Maut-Vertrages wurde natürlich auch in Frankreich kommentiert. Dies nicht nur, weil mit dem Autobahnbetreiber Cofiroute auch ein heimischer Partner an der Pleite beteiligt ist.

Fast stärker noch wog das Interesse, mit dem Paris das Projekt unter dem Gesichtspunkt seiner Realisier- und eventuellen Übertragbarkeit auf Frankreich verfolgt hat. Typisch für das sachlich-faire Medienecho war das des national-konservativen Le Figaro. Er überschrieb seinen Bericht mit "Aus für die revolutionäre Maut" und hob lediglich in einer Zwischenüberschrift hervor: "Dies hätte den Triumpf des ‚Made in Germany’ darstellen sollen." Das Blatt verweist ferner auf die "gesalzene Rechnung für Cofiroute". Schon letztes Jahr habe die Firma 70 Millionen Euro als Verlust eingeplant. Nun sei auch noch die Hoffnung auf die erwarteten Exportgewinne dahin. Genugtuung herrsche dagegen beim heimischen Straßengüter-Transportgewerbe. Le Figaro zitiert den FNTR-Vorsitzenden Jean-Paul Deleville, der nunmehr eine "europäische Lösung für die Finanzierung der Infrastrukturen" fordert und für ein EU-weit einheitliches System eintritt.

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