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Noch lange nicht über dem Berg: Große Probleme bereitet der DB der Schienengüterverkehr

©DB AG/Uwe Miethe

DB-Bilanz 2017: Cargo Verlustbringer, Schenker als Ausputzer

DB Cargo schneidet 2017 beim Ergebnis nochmals schlechter ab als 2016 und verfehlt das Ziel einer schwarzen Null deutlich. DB Schenker hingegen verbessert sein Ergebnis um 16,3 Prozent.

München. Alarmstimmung bei DB Cargo: Entgegen den Planungen hat die Schienengüterverkehrstochter der Deutschen Bahn 2017 wieder rote Zahlen geschrieben. Das Ebit betrug Minus 90 Millionen Euro und ist damit um 12 Prozent schlechter ausgefallen als das ohnehin schon schlechte Vorjahr. Geplant war eine schwarze Null. Dieses Ziel hat DB Cargo deutlich verfehlt. Das geht aus Dokumenten des DB-Konzerns hervor, die der VerkehrsRundschau vorliegen.

Zukunftsfähigkeit von DB Cargo steht in Frage

DB Cargo drohen zudem außerordentliche Abschreibungen mit gravierenden Folgen, wenn nicht bald die Wende zum Besseren gelingt. „Bereits eine nachhaltige cashwirksame Ergebnisverschlechterung von DB Cargo gegenüber der aktuellen Mittelfristplanung um Minus 15 Millionen Euro hätte einen erneuten Wertminderungsbedarf zur Folge“, heißt es in dem Papier. Zusätzliche Planungsrisiken und Verzögerungen bei der Umsetzung der Güterverkehrsoffensive müssten unbedingt vermieden werden, „um die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsfeldes nicht in Frage zu stellen“, so die ernüchternde Analyse aus dem Konzern.

Betrachtet man hingegen die Umsatzentwicklung ist das Jahr 2017 für DB Cargo gar nicht so schlecht verlaufen. Es wurden 4.528 Millionen Umsatz erzielt und damit nur 0,7 Prozent weniger als im Vorjahr und auch 0,7 Prozent weniger als der Plan. Doch das Ergebnis bei DB Cargo stimmt nicht.

Rheintal-Sperrung belastet das Ergebnis mit 35 Millionen Euro

Dazu haben auch Mehraufwendungen aufgrund der Unwetter-Katastrophen und die Sperrung der Rheintal-Strecke beigetragen. Alleine die Sperrung der Strecke bei Rastatt vom 12. August bis 2. Oktober letzten Jahres hat DB Cargo einen Umsatzverlust von 45 Millionen Euro beschert und das Ergebnis mit 35 Millionen Euro belastet. Weitere 18 Millionen Ergebniseinbußen resultierten 2017 aus den Stürmen, so dass alleine diese beiden Positionen für fast 60 Prozent des negativen Ebits verantwortlich waren.

DB Schenker übertrifft den Plan und das Vorjahresergebnis

Deutlich besser abgeschnitten hat hingegen DB Schenker. Das Ebit betrug 2017 laut dem Konzernpapier 477 Millionen Euro. Damit fiel das Ergebnis des Vorjahres um 67 Millionen Euro oder 16,3 Prozent höher aus. Auch der ursprüngliche Plan für 2017 (469 Millionen Euro) wurde übertroffen. Beim Umsatz hat DB Schenker sich gleichfalls verbessert: Die Erlöse stiegen 2017 um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 16.430 Millionen Euro und übertrafen damit auch den Plan (16.174 Millionen Euro).

Erfreulich entwickelten sich laut den Unterlagen des Konzerns bei DB Schenker die Sparten Luft-, Seefracht und Kontraktlogistik. Bei der Luftfracht erhöhte sich die Tonnage 2017 um 10,2 Prozent und in der Seefracht die Zahl der transportierten TEU (20-Fuß-Container) um 8,1 Prozent. In der Kontraktlogistik stieg der Umsatz um 6,0 Prozent. Die Sparte Landtransport konnte hingegen nicht mithalten. Hier gab es bei den transportierten Mengen nur ein geringes Plus von 0,8 Prozent, was angesichts einer guten Auftragslage im Transportmarkt doch überraschend wenig ist. (cd)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special RAILCARGO & KOMBINIERTER VERKEHR STRASSE-SCHIENE.

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