Das starke Frachtgeschäft während der Corona-Krise konnte den Einbruch der Passagierflüge bei der Lufthansa nicht abfedern

©Daniel Kubirski/dpa/picture-alliance

Corona-Krise brockt Lufthansa weiteren Milliardenverlust ein

Dass es nicht noch schlimmer kam, verdankt die inzwischen staatlich gestützte Kranich-Airline einem Rekordergebnis seiner Frachttochter Lufthansa Cargo.

Frankfurt/Main. Der Zusammenbruch des Flugverkehrs in der Corona-Krise hat der Lufthansa im zweiten Quartal einen weiteren Milliardenverlust eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Minus von rund 1,5 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 226 Millionen ein Jahr zuvor, wie der inzwischen vom Staat gestützte Konzern am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

Der operative Verlust (bereinigtes EBIT) lag mit knapp 1,7 Milliarden Euro noch höher. Dass es nicht noch schlimmer kam, verdankte das Unternehmen einem Rekordergebnis seiner Frachttochter, die von der stark gestiegenen Nachfrage nach Frachtflügen profitierte. Das bereinigte EBIT von Lufthansa Cargo stieg auf 299 Millionen Euro (2. Quartal 2019: -9 Millionen Euro). Das Frachtangebot sank aufgrund fehlender Kapazitäten auf Passagierflugzeugen insgesamt allerdings um 54 Prozent. Und der Rückgang der verkauften Frachtkilometer lag bei 47 Prozent.

Lufthansa Group beschließt Restrukturierungsprogramm „ReNew“

In den ersten sechs Monaten beförderten die Airlines der Lufthansa Group insgesamt 23,5 Millionen Fluggäste. Das sind zwei Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum (minus 66 Prozent). Das Angebot verringerte sich um 61 Prozent. Das Frachtangebot ging um 36 Prozent zurück, die verkauften Frachtkilometer um 32 Prozent.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet, dass der Flugverkehr frühestens im Jahr 2024 wieder das Niveau aus der Zeit vor der Krise erreicht. Die Lufthansa Group hat daher ein umfassendes Restrukturierungsprogramm mit dem Titel „ReNew“ beschlossen, das auch die bereits laufenden Restrukturierungsprogramme der Airlines und Servicegesellschaften umfasst. Der Konzern will seine Kosten bis zum Jahr 2023 um 15 Prozent senken, die Flotte um mindestens 100 Flugzeuge verkleinern und 22.000 Vollzeitstellen abbauen. Bis Ende Juni hat die Lufthansa die Zahl ihrer Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr bereits um knapp 8300 gesenkt. (dpa/ag)

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