Citylogistik in Brüssel

Citylogistik in Brüssel

©EU-Kommission

Brüssel gewinnt EU-Preis für Stadtlogistik

Die Regionalregierung der belgischen Hauptstadtregion hat einen bis 2050 reichenden strategischen Plan zur Güterversorgung der Millionen-Metropole verabschiedet. Dieser wurde nun prämiert.

Brüssel. Die belgische Hauptstadt Brüssel ist von der EU-Kommission für ihr nachhaltiges Konzept zur Güterbelieferung der Innenstadt ausgezeichnet worden. Brüssel gewann den fünften Wettbewerb um den europäischen Preis für nachhaltige Verkehrsplanung in Städten (Sustainable Urban Mobility Planning, SUMP). Der Wettbewerb richtete sich diesmal an Städte, die den Gütertransport in Innenstädten in ein nachhaltiges Gesamtkonzept für den urbanen Verkehr eingebettet haben. Brüssel setzte sich im Finale gegen Budapest und Stockholm durch.

Im Sommer 2013 hatte die Regionalregierung der Hauptstadtregion Brüssel einen bis 2050 reichenden strategischen Plan zur Güterversorgung der Millionen-Metropole verabschiedet. In den vergangenen Jahren wurden die ersten Etappen eingeleitet und umgesetzt. Hauptziele des Plans, so die EU-Kommission in einer Mitteilung, seien die größtmögliche Vermeidung der negativen Auswirkungen des Gütertransports wie zum Beispiel Staus, Lärm und Abgase oder auch die Reduzierung des ohnehin schon begrenzt verfügbaren öffentlichen Raums.

Die mit Experten aus der Verkehrs- und Logistikbranche besetzte Jury begründete ihre Entscheidung für Brüssel mit dem umfassenden Ansatz, mit dem die Stadt das Problem des Gütertransports im städtischen Bereich angegangen sei. Nach Sondierung verschiedener Möglichkeiten seien gezielt diejenigen ausgewählt worden, die für Brüssel am praktikabelsten erschienen. Die Jury lobte ausdrücklich, dass bei der Entscheidungsfindung der Privatsektor von der Politik mit einbezogen worden sei und bestehende Initiativen wie zum Beispiel Auslieferungen per Fahrrad gefördert würde.

Zentrale Sammelstellen für Güter

Grundsätzlich sei der Ansatz zu begrüßen, die City-Logistik in Brüssel über zentrale Sammelstellen von Gütern zu organisieren. Ein 160.000 Quadratmeter großes Warenlager bei Tour & Taxis einen Kilometer nordwestlich der Innenstadt ist für die „Last-Mile”-Belieferung bereits funktionstüchtig. Auch der Hafen der Stadt ist, ähnlich wie in Paris, eng in das Belieferungskonzept eingebunden. Brüssel habe sich außerdem regelmäßig an den EU-Programmen für die Verbesserung der Innenstadtbelieferung beteiligt.

Für Budapest hob die Jury die Schaffung von Logistik- und Sammellagern in der ungarischen Hauptstadt hervor. Außerdem lobten die Experten die Nutzung von IT-Systemen und die Einführung eines Systems, das die Fahrt in den Innenstadtbereich für Gütertransporte reguliert.

Bei Stockholm gefiel den Jury-Experten, dass die schwedische Hauptstadt den Gütertransport als eine Priorität erkannt und gut in die allumfassende Verkehrsplanung eingebunden hat. Auch Stockholm habe viel für die Entwicklung von Sammellagern getan, in denen Waren für die City-Logistik zentral gebündelt würden. Ähnlich wie in Brüssel würden auch die Politiker in Stockholm alle anderen Beteiligten des Gütertransports und der Logistik in die Entscheidungsfindung mit einbeziehen. (kw)

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