Insolvenz

Die Betreibergesellschaft des Flughafens hat eine einen Insolvenzantrag gestellt (Symbolfoto)

©dpa/Picture Alliance/ Sören Stache

Betreiber von Flughafen Schwerin-Parchim stellt Insolvenzantrag

Ein chinesischer Investor hatte den einstigen Militärflughafen zu einem Drehkreuz im Warenverkehr zwischen China und Europa ausbauen wollen.

Schwerin. Der Flughafen Schwerin-Parchim ist zahlungsunfähig. Die Betreibergesellschaft Baltic Airport Management habe am 2. Mai einen Insolvenzantrag gestellt, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Schwerin am Donnerstag, 9. Mai. Noch sei darüber aber nicht entschieden worden. Vom Unternehmen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Der chinesische Investor Jonathan Pang hatte den einstigen Militärflughafen vom Landkreis gekauft und wollte ihn zu einem Drehkreuz im Warenverkehr zwischen China und Europa ausbauen. Die Insolvenz hatte sich seit längerem angekündigt. Seit Monaten tut sich kaum noch etwas auf dem Airport-Gelände am Rande der Kreisstadt Parchim. Zu Jahresbeginn hatte die für den Betrieb der Frachthalle zuständige Baltic Airport Mecklenburg Gesellschaft ihren Mitarbeitern im Warenverkehr gekündigt.

IHK sieht trotz Insolvenzantrag Potenzial für den Flughafen

Jonathan Pang hatte mit seiner Firma LinkGlobal den einstigen Militärflugplatz mit drei Kilometer langer Start- und Landebahn sowie 24-Stunden-Genehmigung im Jahr 2007 vom Landkreis gekauft. Vom ursprünglichen Kaufpreis in Höhe von 30 Millionen Euro erließ ihm der Landkreis nach langen Verhandlungen 12 Millionen. Ziel des Investors war es, ein Luftfracht-Drehkreuz zwischen China und Europa zu schaffen. Pang wollte zudem eine große Shopping-Mall errichten und chinesische Kunden für zollfreie Luxus-Einkäufe einfliegen. Verwirklicht wurde beides nicht.

Die Wirtschaft in Westmecklenburg gibt trotz des Insolvenzantrags die Hoffnung nicht auf, dass Schwerin-Parchim noch eine Erfolgsgeschichte wird. Der zwischen den Metropolen Berlin und Hamburg gelegene Airport sei als einer von fünf Regionalflughäfen im norddeutschen Luftverkehrskonzept verankert und habe aufgrund seiner 24-Stunden-Fluggenehmigung strategische Bedeutung insbesondere für die Luftfracht. „Dieser regionale Standortvorteil muss aus unserer Sicht zwingend aufrechterhalten bleiben“, forderte der Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin. (dpa)

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