Proteste gegen die geplante Y-Trasse

Die geplante Y-Trasse sorgte für reichlich Protest

©Picture Alliance/dpa/Jochen Lübke

Bahnausbau: Dialogforum empfiehlt Alpha-Variante der Y-Trasse

Lange wurde um die Y-Bahntrasse gestritten. Jetzt empfiehlt das Dialogforum den Ausbau bestehender Strecken.

Celle. Das Dialogforum zur umstrittenen Y-Bahntrasse hat mit großer Mehrheit die Umsetzung der Alpha-Variante empfohlen. Diese sieht den Ausbau bestehender Bahnstrecken von Hannover Richtung Hamburg und Bremen statt der jahrelang diskutierten Neubautrasse vor. Gegen die Alpha-Variante als alleinige Lösung der Kapazitätsprobleme auf der Schiene im Norden stimmte am Freitag in Celle die Stadt Hamburg. Um die auch künftig weiter wachsende Gütermenge aus dem Hafen auf der Schiene abfahren zu können, müsse zusätzlich eine Neubaustrecke entlang der Autobahn 7 Richtung Hannover ins Auge gefasst werden.

Den Hamburger Bedenken schlossen sich auch andere Teilnehmer des Forums aus Experten, Kommunen und Bürgerinitiativen an, die aber in der Minderheit waren. Eine Abschlussempfehlung an den Bund, der am Ende über den Bahnausbau entscheidet, soll bis zum 5. November vorbereitet werden.

Gutachten des Bundesverkehrministeriums

Zweifel an der Alpha-Variante hatte zuvor ein Gutachter im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums aufkommen lassen. Er bescheinigte der Variante in einer nutzenoptimierten Form zwar die Wirtschaftlichkeit. Sie sei aber ungeeignet, die von den Häfen Hamburg und Bremerhaven benötigte zusätzliche Kapazität für Güterzüge Richtung Süden zu schaffen, betonte er. Der Wunsch einiger Forumsteilnehmer, diese möglichen Unzulänglichkeiten noch weiter abzuklopfen, wurde von der Mehrheit überstimmt.

Bei der seit mehr als 20 Jahren geplanten Y-Trasse ging es zunächst um eine Neubaustrecke für den ICE-Verkehr von Hannover nach Hamburg und Bremen. Seit einiger Zeit aber liegt der Fokus auf der Schaffung zusätzlicher Kapazitäten zur Abfuhr der wachsenden Gütermengen aus den norddeutschen Seehäfen.

Die Überlastung des norddeutschen Bahnnetzes ist bereits jetzt so groß, das täglich 20 von Transportunternehmen erwünschte Güterzüge nicht fahren können, weil die Kapazität fehlt. Durch die Verlagerung auf die Straße führt dies zu 200.000 zusätzlichen Lkw-Fahrten. (dpa)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special VERKEHRSPOLITIK DEUTSCHLAND.

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