Hände Waschen

Die wichtigste Hygiene-Regeln in Zeiten von Corona: Hände waschen

©kieferpix/Istock

BWVL: Fahrern Zugang zu sanitären Einrichtungen gestatten

Der Verband ruft Unternehmen dazu auf, den Fahrern die Möglichkeit zu geben, sich bei der Anlieferung oder Abholung von Ware die Hände im Firmengebäude zu waschen.

Bonn. Der Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) fordert alle an der Lieferkette Beteiligten auf, Fahrern bei Anlieferungen und Abholungen Zugang zu sanitären Einrichtungen in ihren Firmengebäuden zu gestatten und sie bei der Einhaltung der Hygienemaßnahmen nach Kräften zu unterstützen. Das gab der Verband am Dienstag per Pressmitteilung bekannt.

Nach Auffassung des BWVL tragen Lkw-Fahrer ebenso wie viele andere in den Lieferketten Beschäftigte ganz besonders zur Aufrechterhaltung der Lebensadern bei. Sie liefern nicht nur den Krankenhäusern und Apotheken Schutzkleidungen und Desinfektionsmittel, sondern auch den Geschäften eine Vielzahl an Lebensmitteln und anderen notwendigen Gütern des täglichen Bedarfs, argumentierte der Verband.

Ihr Beitrag zur Beruhigung der Gesellschaft könne nicht hoch genug eingeschätzt werden, denn nur bei vollen Regalen komme keine Panikstimmung auf, so der Verband weiter. Bei alledem scheuten sie nicht den Kontakt mit anderen – trotz Ausweitung der Lenkzeiten und zusätzlichen Einsatzzeiten am Wochenende.

Leider werde diese Leistungsbereitschaft aus Sicht des BWVL nicht ausreichend gewürdigt, weder im direkten beruflichen Umfeld, noch in der allgemeinen Berichterstattung, bedauert der Verband

„Lkw-Fahrer/innen sind die Helden der Lieferketten!“, wird BWVL-Hauptgeschäftsführer Markus Olligschläger zitiert. „Auch sie gehören zu unseren Rettern in der Not. Sie verdienen den gleichen Respekt und die gleiche Wertschätzung wie beispielsweise Ärzte, Pfleger, die Müllabfuhr und Polizisten.“ Allein aus Gründen des Selbstschutzes müsse Fahrern im Rahmen ihrer Lieferkontakte der Toilettengang und das obligatorische Händewaschen gestattet werden, so Olligschläger weiter.

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special CORONA EPIDEMIEN & SEUCHEN – TRANSPORT UND LOGISTIK.

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Corona Epidemien & Seuchen – Transport und Logistik, Lkw-Fahrer & Berufskraftfahrer, Verband – BWVL

  • 29.03.2020

    Willi Fuhrmann

    Servus,
    es ist ja spannend zu lesen, dass der BWVL und div. Politiker nun plötzlich den Kraftfahrer als "Systemrelevant" und "Held der Lieferkette" erkennen. Wo lag denn das Erkenntnisinteresse bislang? Ich kann z. Bsp. von einer Papierfabrik in AB berichten, in der vor ca. fünf Jahren das einzige WC durch drei Dixis ersetzt wurde. Diese sind immer wenn ich sie inspiziert habe, randvoll. Das bei Wartezeiten von immer mehreren Stunden. Die olfaktorischen und hygienischen Bedingungen muß ich nicht beschreiben. Ähnliches gilt für den LKW-Parkplatz, um den sich, aufgrund des geringen Platzangebotes, zuvor natürlich gebalgt werden mußte.
    Seit ca. einem Jahr ist der letzte für Kraftfahrer zugängliche Wasserhahn unter Verschluß. Das hat sich auch bis zur letzten Woche nicht geändert.
    Bei einer zum gleichen Konzern gehörenden Papierfabrik in Nordhessen - auch bekannt durch ausufernde Wartezeiten - stand ich am 23.3 ca. 2,5 Std. wie ein Schulbube in einer Schlange von immer 15 bis 25 Kraftfahrer vor der Pförtnerloge, um mich anzumelden. Ein Kollege stand gar 3 Std. und zwar bei einer Temperatur wenig über Null, dafür aber bei schneidendem Wind. Kraftfahrer vom Ende der Parkschlange hatten zuvor einen Fußweg von einem knappen Kilometer zurückgelegt.
    Lakonische Bemerkung des Pförtners: "Niemand wird gezwungen uns zu besuchen!"
    Das sind nur zwei plakative Praxisbeispiele für den Umgang mit Kraftfahrern aus meinem Arbeitsumfeld.
    Ich bin bis jetzt seit vierzig Jahren im Fernverkehr unterwegs, aber allg. so unattraktiv wie jetzt war dieser Job für mich nie zuvor.
    Wenn jemand glaubt, aufgrund der jetzigen Krise würde sich an den Bedingungen etwas ändern, der glaubte vermutlich auch 2008 ein Investmentbänker könne seriös werden.
    Ich glaube das nicht, und habe gestern eine Arbeitsvertrag unterschrieben, der es mir erlaubt, in Kürze bei mehr Geld abends auf meinem Sofa zu hocken, anstatt auf einem vollg... Parkplatz, sofern ich diesen überhaupt gefunden habe.
    Beste Grüße


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