In düsteren Zeiten nachts fahren statt schlafen? Eine der Ideen der IRU

©Jan Woitas/dpa/picture-alliance

IRU fordert Regierungs-Hilfe in der Corona-Krise

Gelockerte Lenk-und Ruhezeiten-Regeln, weniger Maut und Finanzhilfen: Der Weltdachverband der Straßentransportwirtschaft hat konkrete Maßnahmen formuliert.

Genf. Die IRU ruft die Regierungen dazu auf, Unternehmen des Straßengüterverkehrs während der Corona-Krise zu unterstützen. Konkret fordert der Weltdachverband der Straßentransportwirtschaft von den Regierungen

  • Lenk- und Ruhezeiten-Regeln zu lockern, um die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten sicherzustellen und es Fahrern zu ermöglichen, stark betroffene Gebiete so schnell wie möglich zu verlassen
  • Lieferbeschränkungen aufzuheben, sodass Lieferungen zu sichereren Zeiten, zum Beispiel nachts erfolgen könnten
  • Mautzahlungen und Straßennutzungsgebühren für Lkw zu senken oder zu streichen
  • Unterstützungsprogramme für arbeitslose Mitarbeiter des Gewerbes aufzubauen
  • Einseitige Maßnahmen zu vermeiden, die den grenzüberschreitenden Transport von wichtigen Gütern einschränken
  • finanzielle Nothilfeprogramme für Unternehmen bereitzustellen, um Insolvenzen zu vermeiden
  • klar zu kommunizieren, welche Regeln und Maßnahmen für Fahrzeuge, Fracht und Fahrer vor allem in den Quarantäne-Zonen gelten

Der Straßengüterverkehr stelle sicher, dass die Bevölkerung während der Corona-Pandemie mit wichtigen Gütern wie Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werde, argumentiert die IRU. Leider werde das durch sich ständig ändernde Regeln und Restriktionen, die teilweise planlos und unkoordiniert umgesetzt werden erschwert, bemängelt der Verband.

Branche könnte in wirtschaftliche Schieflage geraten

Die IRU rechnet mit schlimmen wirtschaftlichen Folgen für die Branche. Auf der Basis des signifikanten Rückgangs in der interkontinentalen Containerschifffahrt, geht der Verband davon aus, dass im Jahr 2020 bis zu 20 Prozent weniger Straßentransporte durchgeführt werden. Für die Branchenunternehmen könnte das weltweit Einnahmen-Verluste von 2 Billionen Euro bedeuten, schätzt die Organisation. Hinzu komme, dass fast sechs Prozent der Angestellten im Straßengüterverkehr arbeiteten – hauptsächlich in kleinen und mittelgroßen Firmen, die Krisen wie die derzeitige Corona-Pandemie nicht so einfach wegsteckten. Der Verband dringt daher auf staatliche Unterstützungen.

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special CORONA EPIDEMIEN & SEUCHEN – TRANSPORT UND LOGISTIK.

1000px 588px

Corona Epidemien & Seuchen – Transport und Logistik, Markt für Transport, Spedition und Logistik, Verband – IRU

  • 17.03.2020

    Ch. Läufer

    In diesen Zeiten kann man sehen wie wichtig der Lkw und Berufskraftfaher ist und es ist doch verwunderlich wie sorgsam sich auf einmal alle danach sehnen das der Lkw und der Fahrer gesund bleiben. Wenn man diesen wirtschaftlichen wichtigen Teil der Gesellschaft nicht Tag täglich vorwurfsvoll kaputt reden würde und auch mehr auf diesen eingehen würde ( Akzeptanz, Gehalt bei Mega Stunden , sozialer Umgang, Familien Leben) usw dann würde es auch bestimmt mehr Nachwuchs geben . Wir sind nun mal das wichtigste Teil der Gesellschaft und der Wirtschaft aber das merken wir Fahrer in der europäischen Union nicht . Ich hoffe für alle meine Kollegen ob Ost oder West das sich das in naher Zukunft ändert und sich die Politik um diese Missstände kümmert. Fahrer mit Leib und Seele seit über dreißig Jahren

  • 14.03.2020

    B aus E

    Und wer soll euch die Sachen durch die Welt fahren? Sollen wir Kraftfahrer für euere Dicken Bäuche unsere Wochenenden kaputt machen und uns dann am Besten bei den Kunden, wo die Angestellten dann Nachts die Ware annehmen müssen die Nächte um die Ohren schlagen während ihr schlaft und euch ausruht?


WEITERLESEN: