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01.09.2022

AdBlue-Versorgung:Produktion bei SKW Piesteritz steht still

Die Produktion bei den SKW Stickstoffwerken Piesteritz steht mittlerweile still - das verheißt nichts Gutes für die AdBlue-Versorgung der Transportbranche (©picture alliance/dpa/Sebastian Willnow)

Die Luft für den Düngemittel- und AdBlue-Produzenten SKW Stickstoffwerke Piesteritz wird dünner. Angesichts der Gaskrise liegt mittlerweile ein kompletter Produktionsstopp vor.

von Mareike Haus/dpa

Die Lage bei den SKW Stickstoffwerken Piesteritz, die in besonderem Maße von der Gaskrise betroffen sind, spitzt sich zu. Das Unternehmen aus Wittenberg ist einer der wichtigsten Hersteller für Düngemittel und auch AdBlue, ohne das kaum ein moderner Lkw fährt.

Bereits jetzt stünden die Ammoniakanlagen still und es drohe Kurzarbeit, so ein Sprecher. Es rechne sich aktuell nicht, eine wieder zur Verfügung stehende Ammoniakanlage hochzufahren. Mit dem Betrieb würde man in einem Monat so viel verlieren, wie man im Jahr an Gewinn erwirtschafte, erklärte der Sprecher. Angesichts der Gaskrise liege mittlerweile ein kompletter Produktionsstopp vor. Seit Tagen werde nichts mehr produziert. Der 1. Oktober steht als Beginn einer möglichen Kurzarbeit für die Belegschaft im Raum. Grund seien die extrem hohen Gaspreise und die Gasumlage. SKW müsse monatlich voraussichtlich 30 Millionen Euro Gasumlage zahlen. Das sei finanziell nicht zu stemmen, so der Sprecher.

Politik sucht nach Lösungen

Er sei ohnehin täglich mit der Unternehmensleitung im Austausch, sagte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) bei einem Werksbesuch am Donnerstag. Es gehe ihm aber auch um die Belegschaft. Er habe vor den Betriebsratsvorsitzenden erläutert, welche Bemühungen und Ideen man in Berlin gemeinsam mit SKW platziert habe. Er habe das Gefühl, dass dort Bewegung drin sei. Es gebe zumindest die klare Zusage vom Staatssekretär Michael Kellner aus dem Bundeswirtschaftsministerium, dass alle Lösungen aus Sachsen-Anhalt intensiv von der Bundesregierung geprüft würden. Diese Aussichten sollten auch Zuversicht verbreiten, sagte Schulze.

Der Chef der Industrie- und Handelskammer im Süden Sachsen-Anhalts, Thomas Brockmeier, hatte am Mittwoch die Einführung der Gasumlage als „Todesstoß“ für energieintensive Unternehmen bezeichnet. Als Beispiel nannte er auch die SKW Piesteritz. Ein Produktionsstopp habe „weitreichende Folgen“ - nicht nur für Zulieferer und viele Familien in der strukturschwachen Region. Durch fehlende Düngemittel seien auch Ernteausfälle zu befürchten.

Wenn SKW nicht produziere, bleibe auch der Güterverkehr auf der Straße stehen, warnt derweil der Unternehmenssprecher. Denn bei SKW werde auch AdBlue in erheblichen Mengen hergestellt. Die Harnstofflösung wird bei der Abgasnachbehandlung von Dieselmotoren eingesetzt.

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