Geopolitische Krisen und internationale Spannungen beeinträchtigen zunehmend die strategische Planbarkeit deutscher Unternehmen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Kreditversicherers Atradius. Mehr als die Hälfte der befragten Betriebe (55 Prozent) berichtet, dass sich die wirtschaftliche Planungssicherheit in den vergangenen zwölf Monaten spürbar verschlechtert hat.
Nach Einschätzung von Atradius sind geopolitische Risiken längst kein abstraktes Szenario mehr. Sie wirken sich unmittelbar auf Investitionsentscheidungen, Lieferketten und Preisstrategien aus – insbesondere bei Unternehmen mit international verflochtenen Geschäftsbeziehungen.
Breite Wahrnehmung geopolitischer Risiken
Insgesamt sehen 87 Prozent der befragten Unternehmen geopolitische Spannungen als relevanten Einflussfaktor für ihr Geschäft. 36 Prozent geben an, dass diese Entwicklungen ihre Entscheidungen stark oder eher stark beeinflussen. Weitere 50 Prozent erkennen zumindest teilweise Auswirkungen.
Trotz dieser breiten Wahrnehmung fühlt sich ein großer Teil der Unternehmen nur eingeschränkt vorbereitet. Rund die Hälfte der Befragten bewertet die eigene Vorbereitung auf geopolitische Krisen als kritisch. Lediglich 43 Prozent sehen ihr Unternehmen als gut oder sehr gut aufgestellt.