Warum entwickelt die Formel 1 jedes Jahr bessere, schnellere und zuverlässigere Motoren und warum schaffen es die Nutzfahrzeughersteller nicht, den Verbrauch zu senken?“ Fragen wie diese häufen sich angesichts „ein Euro, wie viel?“ in letzter Zeit. Die Nerven bei den Flottenbetreibern liegen blank, der Druck auf die Industrie steigt.
Leider hat keiner von beiden Antworten, das Ende des Ölzeitalters wurde ja erst vor 35 Jahren ausgerufen. So kommt es, dass stereotyp immer dieselben langweiligen Botschaften kursieren. Etwa: „Diesel wird auch in 30 Jahren noch die Antriebstechnologie Nummer 1 sein.“ Und wer in diesen Tagen einen Flottenbetreiber so richtig auf die Palme bringen will, der schiebt den schwarzen Peter weiter: „Der Fahrer birgt das größte Sparpotenzial.“ Wohl wissend, dass derlei Sparpotenziale rein theoretisch sind. Weder fährt die komplette Transportwirtschaft zügig mit Tempo 80 auf den Autobahnen hin und her, noch ist Zusatzausstattung am LKW gratis. Wer solche Antworten ausspricht, mag ahnen, dass sie denkbar unbefriedigend sind, angesichts fehlender Alternativen bliebe indes nur Schweigen, was die Sache auch nicht besser machen würde.
Der Spritpreis drückt aufs Ergebnis und Sparen ist angesagt. Der Dieselanteil an den Gesamtkosten liegt bei 30 Prozent, da zählt jeder Cent. Doch vom Sparen allein ist noch niemand reich geworden. Den Beweis für diese These muss man nicht lange suchen. Nachhilfe in BWL geben die drei von der Tankstelle, die am hohen Ölpreis bestens verdienen. Esso erzielte im 2. Quartal mit 11,7 Milliarden US-Dollar den höchsten Quartalsgewinn in der US-Geschichte, Shell hat um 33 Prozent auf 11,6 Milliarden zugelegt und BP kann knapp 9,5 Milliarden Dollar einstreichen. Löse das Problem: Transport ist zu billig.
Anita Würmser, Chefredakteurin