Zweite "Diesel-Demo" findet weniger Anklang

11.08.2008 16:45 Uhr
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Im Rahmen einer neuen "Diesel-Demo" protestierten LKW-Fahrer gegen hohe Spritpreise. (Foto: Sydow)

Mehr als 100 Lastwagenfahrer protestieren in Oberfranken gegen hohe Dieselpreise und steigende LKW-Maut

Berg. Weit weniger Lastwagenfahrer als erwartet sind am Samstag zur zweiten „Diesel-Demo“ ins oberfränkische Berg gekommen. Wie die Polizei mitteilte, nahmen lediglich etwa 80 Fahrzeuge an der Sternfahrt von Bayreuth, Chemnitz und Weiden nach Berg teil. Veranstalter Rudi Stöhr sprach dagegen von 350 teilnehmenden Lastwagen. Die Transportunternehmer und LKW-Fahrer protestierten mit dem Konvoi über die Autobahnen A 9, A 93 und A 72 gegen hohe Dieselpreise und die Erhöhung der LKW-Maut und forderten 25.000 zusätzliche Parkplätze an Autobahn-Raststätten bis Ende 2009. Zur ersten „Diesel-Demo“ Mitte Juli waren noch etwa 500 Unternehmer und Fahrer mit ihren Lastwagen gekommen – Stöhr hatte im Vorfeld zur zweiten Demo mindestens 600 Wagen erwartet. „Wir waren nicht ganz so viele wie beim letzen Mal, aber die Veranstaltung war trotzdem ein grandioser Erfolg“, sagte Stöhr. Die Demonstranten hätten bei der Abschlusskundgebung in Berg eine Petition für den Bundestag verabschiedet. Laut Polizei nahmen 120 überwiegend aus Bayern und Sachsen stammende Demonstranten an der Kundgebung teil, Stöhr sprach von etwa 500. Die Demonstranten forderten, dass Diesel nicht mehr als einen Euro pro Liter kosten dürfte und die LKW-Maut in den nächsten fünf Jahren nicht erhöht werden solle. Sie kritisierten, dass osteuropäische Speditionen wegen niedrigerer Spritpreise große Wettbewerbsvorteile hätten und betonten, dass deutsche Unternehmen wegen der hohen Energiekosten und der Maut- Gebühren bald nicht mehr konkurrenzfähig seien. Es drohten Versorgungsengpässe. „Bleiben unsere LKW stehen, könnt auch Ihr nicht einkaufen gehen“, stand auf ihren Plakaten. Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) hatte angesichts der für Anfang 2009 geplanten Erhöhung der LKW-Maut am Freitag vor einer Insolvenzwelle im mittelständischen Transportgewerbe gewarnt. „Die zu erwartenden Mehrkosten von bis zu zwei Milliarden Euro treffen die Verlader und die Transportwirtschaft ins Mark“, sagte BIHK-Chef Erich Greipl. Dies könnte auch Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft haben. Der Preisanstieg bei Erdöl und anderen Rohstoffen sei für die Branche schon schwer zu verkraften. Daher müsse „jede zusätzliche und politisch motivierte Kostentreiberei im eigenen Lande verhindert werden“. (dpa)

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