Berlin. In einem Interview, das in der heutigen Ausgabe der Tageszeitung „Die Welt“ erschienen ist, hat der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post AG, Klaus Zumwinkel, sich zu dem Thema der Konkurrenz durch private Dienstleister im Bereich der postvorbereitenden Leistungen geäußert. „Diese so genannte Konsolidierung der privaten Brieffirmen bedeutet, dass unser Umsatzvolumen um 200 Millionen Euro herunter gehen wird“, sagte Zumwinkel der Zeitung. Übersetzt in Arbeitsplätze seinen das 6000 Stellen, die die Deutsche Post dann über die Zeit abbauen müsste. Zumwinkel: „Dagegen kämpfen wir nun vor Gericht. Schließlich bekomme ich mein Gehalt auch dafür, dass ich Arbeitsplätze bei der Post schütze.“ Zumwinkel wies im Interview darauf hin, dass unterschiedliche Rechtsauffassungen miteinander streiten: „Die Bundesregierung und unsere Experten sagen, dass die Bestimmung im Deutschen Postgesetz das Konsolidieren nicht zulässt. Die Gegenseite sieht das anders. Wir werden schauen, wie das ausgeht.“ Das Bundeskartellamt hatte der Deutschen Post vorgegeben, den Markt für Konsolidierer frei zu geben und der Konkurrenz die bei Großkunden üblichen Rabatte für eingesammelte und vorsortierte Briefe zu gewähren. In einer ersten Gerichtsentscheidung wurde festgestellt, dass die Weisung des Kartellamtes sofort vollziehbar ist. Die Deutsche Post hat darauf bereits reagiert und entsprechende Verträge mit Konsolidierern abgeschlossen. Eine gerichtliche Entscheidung in der Sache steht allerdings noch aus. Zumwinkel richtet deshalb eine Warnung an die Adresse der Konsolidierer: „Aber für Firmen, die nun das Vorsortieren mit Hilfe unsrer Wettbewerber beginnen, bedeutet dies auch ein gewisses Risiko. Sollten wir vor Gericht gewinnen, müssen wir die Rabatte zurückfordern.“(tbu)
Zumwinkel: Konsolidierer gefährden 6000 Arbeitsplätze
Der Chef der Deutschen Post rechnet mit Umsatzrückgängen von 200 Millionen Euro durch die Konkurrenz privater Dienstleister im Bereich des Einsammelns und Vorsortierens