Zugunglück in Österreich

27.02.2002 14:56 Uhr

Weiter Unklarheit über Zahl der Toten

Auch einen Tag nach dem schweren Zugunglück in Österreich hat noch immer Unklarheit über die Zahl der Toten geherrscht. "Gesichert sind sechs Tote, eine Person fehlt uns aber noch", sagte der Sprecher der Kriminalpolizei, Karl Kuhn, am Mittwochmorgen der dpa in Wien. Ursprünglich hatten die Rettungsdienste gemeldet, ein Schwerverletzter sei auf dem Transport ins Krankenhaus gestorben, so dass es sieben Tote gebe. "Das stimmt nicht, auf dem Weg ist keiner verstorben", berichtete Kuhn weiter. Ein Mensch, der sich nach der Passagierliste im Unglückszug befunden haben soll, werde noch vermisst. Möglicherweise liege die Person ohne Wissen der Behörden verletzt im Krankenhaus. Bei dem Frontalzusammenstoß eines Güterzuges mit einem Zug der so genannten Rollenden Landstraße waren am Dienstag 30 Kilometer südlich von Wien darüber hinaus 15 Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Bei den Opfern handelt es sich überwiegend um ungarische Fernfahrer. Der Zug der Rollenden Landstraße hatte 18 ungarische und zwei jugoslawische Lastwagen geladen, die auf dem Weg vom oberösterreichischen Wels ins ungarische Sopron unterwegs waren. Über die Ursache dieses schwersten Eisenbahnunglücks in Österreich seit 30 Jahren gab es am Mittwoch weiter keine Angaben. Die beiden Züge waren 400 Meter außerhalb des Bahnhofs der Gemeinde Wampersdorf auf einer gut einsehbaren, eingleisigen Strecke zusammengestoßen. Der von Süden kommende Güterzug hätte zum Unglückszeitpunkt nicht an der Unfallstelle sein dürfen, hatten Experten der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) erklärt. Ob ein menschliches oder technisches Versagen vorliegt, soll eine ÖBB-Kommission gemeinsam mit der Polizei klären. Die beiden Lokführer überlebten das Unglück. (vr/dpa)

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