Zoff um den neuen VDA-Standard für Großladungsträger

26.06.2009 09:33 Uhr
Hans-Joachim Wiedmann
Hans-Joachim Wiedmann, Schoeller Arca Systems
© Foto: Schoeller Arca Systems

Schoeller Arca Systems distanziert sich von VDA-GLT-Standard und kündigt „revolutionären“ Großladungsträger-Typ an

Schoeller Arca Systems, Hersteller von Behältern für die Automobilindustrie, wird den neuen VDA-Standard für Großladungsträger (GLT) nicht unterstützen. Obwohl das Unternehmen in dem Team mitgearbeitet habe, das die Empfehlung (VDA 4520)entwickelte, sei man zu der Überzeugung gelangt, „dass der finale Vorschlag für den Standard nicht die beste Lösung für die Industrie darstellt“, teilte Schoeller Arca Systems kürzlich mit. Das Ziel von Schoeller Arca Systems während der Entwicklungsarbeit sei es gewesen, „dass ein relativ weit gefasster Standard vorgeschlagen wird, welcher die Abmessungen, Maße für die Kompatibilität und Details wie die Öffnungen für die Entnahmeklappen und die Positionen der Etikettenhalter definiert. Dies sollte den Kunden garantieren, dass die Behälter von allen potenziellen Lieferanten miteinander kompatibel sind und auf die gleiche Art und Weise verwendet werden können.“ Im Laufe des Prozesses habe sich der Verband der Automobilindustrie (VDA) jedoch dazu entschieden, einen sehr eng gefassten Vorschlag, der auf dem Design eines potenziellen Anbieters basiert, zu favorisieren. Nach Ansicht von Schoeller Arca Systems entspricht die vorgeschlagene Konstruktion nicht den heutigen Anforderungen an Großladungsträger. Der vorgeschlagene Standard erfordere Behälter mit einem einwandigen Design, wobei eine Rippenstruktur und Stahlelemente zur Verstärkung benötigt würden. Schoeller Arca Systems ist davon überzeugt, dass die Behälter dadurch unnötig schwerer gemacht werden und sich dies negativ auf die CO2-Emissionen sowie die Transportkosten auswirkt. Unter anderem kritisiert der Behälter-Hersteller auch, dass das Design des Bodens (mit vier Füßen), die Einsatzmöglichkeiten beschränke, da keine Kufen vorgesehen seien. „Unser neuer Großladungsträger wird kompatibel sein, aber dem VDA-Standard nicht eins zu eins entsprechen“ Schoeller Arca Systems steht nach eigenen Angaben vor dem Abschluss der Entwicklung von neuen Großladungsträgern außerhalb des neuen VDA-Standards, der das Supply Chain Management in der Automobilindustrie, wie das Unternehmen ankündigt, „revolutionieren“ wird. „Unser neuer Großladungsträger wird kompatibel sein, aber dem VDA-Standard nicht eins zu eins entsprechen“, erklärte Hans-Joachim Wiedmann, Geschäftsführer Central Europe West, kürzlich gegenüber dem Fach- und Wirtschaftsmagazin LOGISTIK inside. ”Der neue Großladungsträger von Schoeller Arca Systems wird unseren Kunden Kostenvorteile gegenüber dem VDA-Standard bieten. Zum Beispiel wird der neue Großladungsträger mit einem Gewicht von unter 50 Kilogramm so leicht sein wie bisher kein GLT in den Maßen 1000 mal 1200 Millimeter, da wir auf den Einsatz von Stahl komplett verzichten und nur Kunststoff verwenden. Zum Vergleich: Der vorgeschlagene VDA-Standard-GLT, der Stahlelemente vorsieht, wiegt circa 60 Kilogramm.” Schoeller Arca System nimmt die Entwicklungsarbeit gerade in Kooperation mit der Automobilindustrie vor. Das Unternehmen beabsichtigt das neue Produkt bis Ende 2009 vorzustellen. (pi)

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