Wirtschaftskrise: Kleinere Containerfrachter im Vorteil

31.07.2009 16:19 Uhr

Containerfrachter bis 3000 TEU dürften laut einer aktuellen Studie des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) deutlich früher aus der Charterkrise herausfahren als die Gesamtflotte

Bremen. Mehr als 500 Containerschiffe sind Mitte Juli ohne Beschäftigung, und vor dem Hintergrund der vorliegenden Prognosen zur Wirtschafts- und Welthandelsentwicklung sowie des bestehenden Auftragsbestandes der Werften muss mit einem weiteren Anstieg der Überkapazitäten gerechnet werden, schreibt das Bremer Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) in einer aktuellen Marktstudie. Das hohe Wachstum auf der Angebotsseite von Schiffskapazitäten wird aber laut Studie kurz- und mittelfristig durch drei Faktoren teilweise entlastet: Dazu zählen die Verschrottung älterer Einheiten, die verzögerte Ablieferung neuer Schiffe sowie die Stornierung bestehender Bauaufträge. Das gesamte Flottenwachstum wird durch diese Faktoren bis 2012 von jährlich derzeit fast 11 Prozent auf knapp 7 Prozent gemildert. Während sich im Basisszenario für den Gesamtmarkt der Containerschiffe erst zum Jahr 2015 wieder ein Gleichgewicht zwischen Schifffsraum-Angebot und Nachfrage ergibt, zeigt die detaillierte Betrachtung des ISL der einzelnen Segmente, dass die „kleinen“ Containerfrachter bis 3000 TEU in der aktuellen Krise von umfangreichen Verschrottungspotenzialen profitieren können, denen ein nur geringer Auftragsbestand gegenübersteht. Hier dürften sich laut ISL schon im Laufe des Jahres 2012 wieder alle Einheiten in Fahrt befinden. Der Größenbereich von 3.000-5.000 TEU findet im entworfenen Basis-Szenario erst zum Jahr 2014 sein Gleichgewicht wieder. Entlastend könnte sich hierbei das zu diesem Zeitpunkt bereits positivere Marktumfeld des unteren angrenzenden Größenbereichs auswirken. Allerdings kann laut ISL nicht ausgeschlossen werden, dass das überproportionale Flottenwachstum der Einheiten oberhalb von 5.000 TEU weiterhin Druck auf die Raten der mittelgroßen Containerfrachter ausübt. Für den Größenbereich oberhalb von 5.000 TEU muss von einem mittelfristigen Tonnageüberangebot ausgegangen werden. Für sich betrachtet dürften sich die Einheiten oberhalb von 5.000 TEU selbst unter optimistischen Annahmen nicht vor dem Jahr 2015 wieder vollständig in Fahrt befinden. Allerdings deutet die Analyse des Gesamtmarktes darauf hin, dass im Jahr 2015 die Tonnage in allen Bereichen wieder knapp sein könnte, so dass die großen Segmente von der Erholung des Gesamtmarktes profitieren. Relativ besser positioniert sind laut ISL dabei die Einheiten von 5.000-6.000 TEU, die teilweise in Fahrtgebieten eingesetzt werden, die von größeren Einheiten nicht angelaufen werden können. (ak)

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