Wirtschaft erwartet Wachstumsimpulse von Schwarz-Gelb

21.10.2009 15:35 Uhr
Hans-Peter Keitel BDI
BDI-Präsident Hans-Peter Keitel fodert mehr Investitionen in Forschung
© Foto: BVL

BVL-Vorsitzender Klinkner erwartet von der neuen Bundesregierung eine „ideologiefreie Politik“ /BDI-Präsident Keitel fordert Banken auf, Kredite zu vergeben

Berlin. Die Logistikbranche erwartet von der neuen Bundesregierung eine „ideologiefreie Politik“. Dies forderte heute Raimund Klinkner, Vorsitzender des Vorstands der Bundesvereinigung Logistik (BVL) auf dem 26. Deutschen Logistikkongress in Berlin. Eine bessere Kooperation der Verkehrsträger, ohne Bevorzugung eines einzelnen sei wichtig, betonte Klinkner. Der Ausbau der Seehafen-Hinterlandverkehre sei ein weiteres zentrales Thema für die Logistikbranche. „Der Masterplan Güterverkehr und Logistik geht inhaltlich in die richtige Richtung“, zog der BVL-Vorsitzender Bilanz nach vier Jahren schwarz-roter Koalition. Deshalb erwarte er, dass der Masterplan auch von der künftigen schwarz-gelben Regierung fortgeführt werde. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) Hans-Peter Keitel stellte auf dem Deutschen Logistikkongress ebenfalls Forderungen an die Politik. Der BDI-Präsident sieht in der Wirtschaftskrise „die Talsohle erreicht“. Es müssten jedoch weitere Bedingungen erfüllt werden, um einen wirklich nachhaltigen Aufschwung zu bekommen. „Die Unternehmen brauchen vor allem eins: Geld. Nicht vom Staat – sondern von den Banken.“ Keitel appellierte an die Banken, sich ihrer Verantwortung zu stellen. Allerdings stimmten ihn seine bisherigen Gespräche mit den Banken „nicht wirklich optimistisch“. Auch dürfe sich die Wirtschaft nicht auf die Hilfe des Staates verlassen, sondern müsse selber ihren Weg aus der Krise finden. Der Staat solle vielmehr die richtigen Voraussetzungen für weiteres Wachstum schaffen. „So muss etwa die Forschung steuerlich begünstigt werden“. Entsprechende Pläne seien in den vergangenen Tagen aus den Koalitionspapieren verschwunden. „Wenn das so kommt, wird die Industrie mit ihrer Forschung ins Ausland abwandern, da dort deutlich stärker gefördert wird“, warnte Keitel. Zu den Voraussetzungen für Wachstum vor allem in der Logistikbranche gehöre aber auch eine starke Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaft (Vifg). „Diese Gesellschaft muss in die Lage versetzt werden, ihre Aufgaben richtig zu erfüllen – mit dem Geld aus der Maut und dem Recht auf Kreditaufnahme“, forderte der BDI-Chef. (tr/sb) Lesen Sie aktuelle Kurzmeldungen live von den VerkehrsRundschau-Redakteuren auf dem Deutschen Logistikkongress unter http://www.twitter.com/vr_online

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