Leipzig. Mit der Forderung nach einem CO2-armen Verkehrssystem ist heute das Internationale Verkehrsforum (ITF) in Leipzig zu Ende gegangen. Konkrete Beschlüsse gab es bei der dreitägigen Konferenz mit offiziellen Vertretern aus 53 Staaten sowie hunderten Experten wie erwartet nicht. Die finnische Verkehrsministerin Anu Vehviläinen sprach als Präsidentin des Treffens dennoch von einem „großen Erfolg“. Trotz unterschiedlicher Voraussetzungen in einzelnen Ländern habe es in vielen Punkten Annäherungen gegeben. „Wir haben jetzt eine gemeinsame Basis“, sagte ITF-Generalsekretär Jack Short. Im Abschlussdokument wird ein Bündel politischer Maßnahmen zum Klimaschutz vorgeschlagen. Dieses beinhaltet die Entwicklung neuer Technologien und Kraftstoffe, den Einsatz von Informationstechnologien und ein modernes Verkehrsmanagement, um die Energieeffizienz zu steigern. Dabei geht es auch darum, eine Verhaltensänderung bei jedem einzelnen zu erreichen. Dies könne etwa durch Gebühren wie eine City-Maut befördert werden, heißt es in der Erklärung. Auch Biokraftstoffe werden genannt. Allerdings sei eine „nachhaltige Produktion“ zwingend. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sprach von einem „Bekenntnis, dass wirtschaftliches Wachstum vom Energieverbrauch und von Emissionen abgekoppelt werden muss“. Er sei optimistisch, dass die angeregten Punkte bei den nächsten Konferenzen in konkrete Beschlüsse münden und Ende 2009 in den Nachfolgevertrag für das Klimaschutzprotokoll von Kyoto in Kopenhagen einfließen werden. Der neue Pakt soll die Klimaziele von 2013 an setzen. Tiefensee untermauerte bei der Abschlusspressekonferenz erneut seine Forderung nach einer Kerosinsteuer und sprach sich wieder dafür aus, den Schiffs- und Flugverkehr in den Emissionshandel einzubeziehen. Deutliche Fortschritte bei diesen strittigen Punkten erwarte er nach dem Regierungswechsel in den USA. Der Chef des UN- Klimarats, Yvo de Boer, hatte am Donnerstag die bisherigen Bemühungen des Verkehrssektors zum Klimaschutz scharf kritisiert und die Industrieländer dazu aufgerufen, endlich Reduzierungsverpflichtungen festzuschreiben. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich in Leipzig für einen weltweit verbindlichen Pro-Kopf-CO2-Ausstoß ausgesprochen. Das Weltverkehrsforum ist Nachfolger der europäischen Verkehrsministerkonferenz. Es soll der Diskussion über regionale und überregionale Verkehrsprobleme eine globale Plattform bieten und künftig jedes Jahr in Leipzig stattfinden. 2009 lautet das Thema „Verkehr und Globalisierung“. (dpa)
Weltverkehrsforum: Annäherungen beim Klimaschutz
Das Internationale Verkehrsforum ist heute in Leipzig zu Ende gegangen: Maßnahmen zum Klimaschutz standen im Mittelpunkt