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Weltschifffahrt: Bulker und Tanker-Flotte wächst

Allein zwischen Juli und Dezember 2010 wurden weltweit 479 Bulker ausgeliefert
© Foto: Eckhard-Herbert Arndt

Fondshaus Hamburg (FHH) legt aktuellen Marktreport über die Schifffahrtsmärkte vor: Überkapazitäten bei den großen Rohöltankern


Datum:
25.02.2011
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Hamburg. Die weltweitee Massengutfrachter-Flotte wird 2011 kräftig zulegen, was auch seinen Niederschlag in den Charterraten finden wird. „Auf einen Punkt gebracht, könnte man sagen: Täglich wird ein Bulker ausgeliefert", erklärte Jens Brandis, Geschäftsführer des Fondshaus Hamburg (FHH), jetzt vor Journalisten in der Hansestadt. Das mehrheitlich zur Reederei-Gruppe Ahrenkiel gehörende Unternehmen legte jetzt aktuellen, halbjährlich erscheinenden Marktreport „Container- Bulker-Tanker" vor. Wie in den Vorjahren wirkte daran auch der Markt- und Schifffahrtsanalyst Michael Niefünd mit.

Naturereignisse haben auch einen großen Einfluss auf die Schifffahrtsmärkte

Schon im vergangenen Jahr vergrößerte sich der globale Bulker-Bestand erheblich. Allein zwischen Juli und Dezember 2010 wurden weltweit 479 Bulker mit zusammen 39,9 Millionen tdw abgeliefert. Der Produktions- und Ablieferungsschwerpunkt lag dabei bei den sogenannten Capesize-Bulkern, also Schiffen mit einer Tragfähigkeit zwischen 100.000 bis 300.0000 tdw. Von dieser Spezies wurden im zweiten Halbjahr 107 Schiffe mit insgesamt 19,2 Millionen tdw an die Reedereien übergeben.

Niefünd: „Den Ablieferungen standen im Berichtszeitraum gerade einmal 43 Verschrottungen mit zusammen 3,1 Millionen tdw gegenüber. Auch hier waren es wieder die „Capesizer", die am häufigsten aus der Fahrt gezogen und unter dem Schneidbrenner endeten. Niefünd zufolge führt die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen den Ablieferungen und den Verschrottungen zu einem Druck auf die Chartern. Für die ersten sechs Monate lässt – im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum – ein Charterratenrückgang von gut 13 Prozent ausweisen. Lediglich die Chartern für die sogenannten Handysize-Bulker – Schiffe mit 10.000 bis 30.000 tdw – verhielten sich relativ stabil.

Brandis und Niefünd erwarten für die kleineren Bulker-Klassen (bis 50.000 tdw) im laufenden Jahr eine rege Nachfrage. Ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung sei die „weltweit veränderte Nachfrage nach Getreide". Aufgrund von Missernten in der Weltkornkammer Russland muss das riesige Land in diesem Jahr mit ziemlicher Sicherheit größere Mengen Getreide importieren. Die Regierung in Moskau hat inzwischen ein Ausfuhrverbot erlassen. Die benötigen Mengen müssen aus anderen bedeutenden, aber weit entfernt gelegenen Getreideerzeuger-Staaten wie zum Beispiel den USA herangeführt werden. Niefünd: „Bulker auf den Transatlantik-Routen dürften davon profitieren." Und noch etwas könnte sich begünstigend auf die Charterentwicklung bei den kleineren Bulkern erweisen: So gelte die Welt-Handysize-Flotte als „überdurchschnittlich" veraltet, so dass sich ein entsprechender Verschrottungsdruck und damit gleichzeitig Ersatzbedarf einstelle.

Höhenflug bei den Feederschiff-Raten setzte 2010 ein

Bei den Capesize-Bulker bietet sich für 2011 ein anderes Bild. Hier dürfte der Ratendruck erheblich zunehmen. Der Auslöser dafür ist auch hier die Natur: Die großen Katastrophen der vergangenen Wochen in Australien haben unter anderem auch die Rohstoffstätten betroffen. Kohle und Erz werden vor allem exportiert. Wo aber die Stoffströme versiegen, besteht auch kein Transportbedarf. Andererseits könnten sich die bekannt schlechte Abfertigungssituation in den wichtigen australischen Rohstoff-Verladehäfen – mit der Folge langer Wartezeiten für Schiffe – noch einmal verschärfen, was dann wieder tonnagebindende Effekte hat.

In der Weltcontainerschifffahrt ist die Welt nach der großen Krise des Jahres 2009 fast wieder im Lot. Brandis: „Vor allem die Containerschiffe mit mehr als 3000 TEU haben vom Wirtschaftsaufschwung profitiert." Nach der Erholung bei den Großen vollzog sich im zweiten Halbjahr 2010 beschleunigt auch eine deutliche Belebung in den kleineren TEU-Segmenten.Vor allem die für die Feinverteilung unverzichtbaren Feeder-Schiffe erlebten 2010 eine echtes Ratenwunder. Brandis: „Bei den Schiffen bis 725 lagen die Charterraten um gut 27 Prozent, bei den Frachtern bis 1700 TEU sogar um mehr als 57 Prozent über dem Vorjahresniveau."

Brandis erwartet auch für 2011 ein gutes Jahr für die Containerschifffahrt, auch wenn die Ratenentwicklung bei den Zuwächsen „moderater" ausfallen dürfte. Neben der weiteren Erholung der Weltwirtschaft komme hier auch zum Tragen, dass zwischen Ende 2008 bis Anfang 2010 die Bestellungen für neue Schiffe praktisch zum Erliegen kamen. Auch das von den Reedereien weiter betriebene Slow-Steaming bleibe nicht ohne Auswirkungen auf die Charterratenentwicklung. Für 2011 rechnen Experten mit einem Container-Umschlagwachstum von rund 9,5 Prozent auf dann 567 Millionen TEU. (eha) 

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