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Weihnachtsgruß per Brief bleibt ein Klassiker

Er ist und bleibt ein Klassiker: Der Weihnachtsbrief mit lieben Grüßen
© Foto: pixelio.de/knipseline

Brief läuft zur Weihnachtszeit der E-Mail den Rang ab / Viel Zusatzarbeit für KEP-Dienstleister / Bunte Beschriftung macht Sortieranlagen zu schaffen


Datum:
18.11.2010
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München. Alle Jahre wieder: Der handgeschriebene Brief wird vor der Weihnachtszeit in Massen rund um den Globus verschickt. Fast verdrängt von E-Mails und digitalen Grüßen, die durch soziale Netzwerke sausen, erlebt der klassische Brief dann seine Renaissance. Dabei werden die Menschen richtig kreativ. Glänzende, glitzernde, kunterbunte oder handgebastelte Umschläge landen in den Briefkästen.

Schon Wochen vor den Festtagen verdoppelt sich in Deutschland die Postmenge auf täglich rund 145 Millionen Briefe und die Paketzahl verdreifacht sich. Das sorgt bei den Briefzustellern für eine Menge Arbeit, und auch die modernsten Sortieranlagen stoßen vor den Feiertagen an ihre Grenzen. Der klassische Brief ist in der digitalen und vernetzten Welt zu einem Symbol der Wertschätzung geworden: Man nimmt sich Zeit, greift gar zum Füller und gibt sich besondere Mühe. Doch etwa eine in dunkelrot oder mit goldfarbenem Gel-Stift auf einen roten Briefumschlag geschriebene Adresse kann den Postsortieranlagen zu schaffen machen: Knapp zehn Prozent der täglich verschickten rund 70 Millionen Briefe in Deutschland können die Maschinen nicht lesen.

"Dieses Jahr haben wir das besser im Griff", sagt der Leiter des Münchner Briefzentrums, Philipp Kühn. Das Verteilzentrum für Post gehört zu den größten Deutschlands, insgesamt gibt es 82. Erst kürzlich investierten die Münchner in hochmoderne Sortieranlagen. Die Deutsche Post hat bundesweit zwischen 400 und 500 Millionen Euro in neue Standard- und Kompaktbriefsortiermaschinen und Großbriefsortieranlagen gesteckt. Der Pressesprecher des Briefzentrums München, Gerold Beck, ist sicher, dass langfristig zwar weniger Briefe verschickt werden, das beschriebene Blatt im Kuvert aber bleiben wird.

Dabei gibt es einen Wandel: Der Handel im Internet belebe vor allem das Paketgeschäft, außerdem gebe es mehr Großbriefe. Online-Händler sendeten etwa immer mehr Kataloge an ihre Kunden. "Nicht umsonst haben wir in diese Maschinen investiert", sagt Beck. Diese Anlagen können nicht nur Handschriften besser lesen, sie analysieren und erkennen auch arabische oder kyrillische Schrift.

Bis in die Mitte der 1980er Jahre gab es in Deutschland keine automatisierte Briefsortierung. Laut Siemens - bei der Herstellung von Sortieranlagen nach eigenen Angaben weltweiter Marktführer - schafften die Postmitarbeiter damals in einer Stunde etwa 300 Briefe per Hand zu sortieren. High-Tech-Anlagen hingegen ordneten heute in der gleichen Zeit etwa 55.000 Briefe, die aus Briefkästen und Postfilialen in den Briefzentren landeten. "Brief- und Paketpost ist lange nicht wegzudenken aus unserem Leben", sagt der Bereichsleiter bei Siemens, Stefan Keh, der kürzlich mehr als 370 der Anlagen an die Deutsche Post verkaufte. "Es ist definitiv kein sterbendes Geschäft."

Das Münchner Briefzentrum mit seinen 600 Mitarbeitern sieht sich gut vorbereitet auf den weihnachtlichen Briefansturm. 50 Prozent mehr LKW stehen bereit, um Millionen Weihnachtsbriefe rechtzeitig vor dem Heiligen Abend zu den Menschen zu bringen. Gearbeitet wird in drei Schichten und an sieben Tagen der Woche. Zur Weihnachtszeit werden nicht nur Sonderschichten geschoben, sondern auch die Mitarbeiterzahl soll vorübergehend aufgestockt werden. Völlig sorglos sieht der Chef des Briefzentrums München, Philipp Kühn, der Weihnachtszeit trotzdem nicht entgegen: "Wir haben alles geplant und aus unseren Fehlern der letzten Jahre gelernt. Nur das Wetter können wir nicht planen." (dpa)

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