Transportgewerbe Sachsen-Anhalt warnt vor existenzieller Krise

07.04.2026 15:30 Uhr | Lesezeit: 3 min
Ein Taschenrechner liegt rechts, links daneben und zum Teil darunter mehrere 10-Euro-Scheine und auf den Scheinen hintereinander zwei Münzstapel mit verschiedenen Münzen
Steigende Dieselpreise und zusätzliche Abgaben setzen das Transportgewerbe in Sachsen-Anhalt wirtschaftlich unter Druck (Symbolbild)
© Foto: Thomas Francois/stock.adobe.com

Hohe Dieselpreise und weitere hohe Belastung bringen Transportunternehmen in Sachsen-Anhalt zunehmend in Bedrängnis. Der Landesverband des Verkehrsgewerbes sieht die wirtschaftliche Basis vieler Betriebe gefährdet.

Das Transportgewerbe in Sachsen-Anhalt steht nach Einschätzung des Landesverbands des Verkehrsgewerbes unter massivem wirtschaftlichem Druck. Hauptursachen seien stark gestiegene Benzin- und Dieselpreise sowie zusätzliche staatliche Belastungen. Der Verband fordert ein rasches politisches Eingreifen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern: „Ohne sofortige Gegenmaßnahmen droht ein flächendeckendes Sterben mittelständischer Betriebe - mit massiven Arbeitsplatzverlusten und irreversiblen Schäden für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, warnte der Landesverband des Verkehrsgewerbes Sachsen-Anhalt.

Kraftstoffpreise belasten Betriebe erheblich

Als zentralen Kostentreiber nennt der Verband die Entwicklung der Kraftstoffpreise. Insbesondere Diesel sei im benachbarten Ausland derzeit rund 29 Cent pro Liter günstiger als in Deutschland. Für einen einzelnen Lastwagen ergäben sich daraus monatliche Mehrkosten von etwa 870 Euro. Bei größeren Fuhrparks summierten sich diese Belastungen entsprechend auf hohe Jahresbeträge.

Wettbewerbsnachteile im europäischen Vergleich

Der Landesverband verweist zudem auf strukturelle Nachteile gegenüber ausländischen Wettbewerbern (Siehe Polen). Unterschiedliche Abgaben- und Preisniveaus innerhalb Europas führten dazu, dass deutsche Transportunternehmen im internationalen Vergleich zunehmend unter Druck geraten. Die Folge seien sinkende Margen und eine wachsende wirtschaftliche Unsicherheit in der Branche.

Kritik an doppelter CO₂-Bepreisung

Besonders kritisch sieht der Verband die aktuelle Ausgestaltung der CO₂-Bepreisung. Deutsche Transportunternehmen würden sowohl über den Kraftstoffpreis als auch über die Lkw-Maut zur Kasse gebeten. Der Landesverband spricht in diesem Zusammenhang von einer europaweit einzigartigen Doppelbelastung.

Vor diesem Hintergrund fordert der Verband unter anderem eine deutliche Entlastung bei den Kraftstoffkosten, die Abschaffung der doppelten CO₂-Bepreisung sowie faire Wettbewerbsbedingungen für Transportunternehmen innerhalb Europas.

Ein anderes Potenzial liegt im Kombinierten Verkehr.


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