Der Bau von Anlagen zur Wasserstoffproduktion in Deutschland stockt, wie aus einer Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) an der Universität zu Köln hervorgeht. Der Hochlauf der Elektrolysekapazität schreite deutlich langsamer voran als geplant, so ein Fazit der Studie. „Das Ziel von zehn Gigawatt Elektrolysekapazität bis zum Jahr 2030 wird vermutlich verfehlt“, teilte das EWI mit. Die Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP hatte in ihrem Koalitionsvertrag den Bau von zehn Gigawatt Elektrolyse-Kapazität bis 2030 als Ziel formuliert. Später fand dies auch Eingang in die Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie.
Hohe Investitions- und Betriebskosten
Aktuell liege die installierte Leistung von Elektrolyseuren in Deutschland bei 181 Megawatt, so das EWI. Für weitere rund 1300 Megawatt gebe es eine finale Investitionsentscheidung oder sie seien im Bau. Ende 2027 könnten somit bis zu 1500 Megawatt Elektrolysekapazität in Betrieb sein. Zähle man alle bis zum Jahr 2030 angekündigten Projekte zusammen, könne eine Gesamtkapazität von 8700 Megawatt (=8,7 Gigawatt) erreicht werden. Gründe für den schleppenden Elektrolysehochlauf seien unter anderem hohe Investitions- und Betriebskosten in Verbindung mit einer relativ geringen Zahlungsbereitschaft der Verbraucher.
Henne-Ei-Problem beim Wasserstoff
Außerdem bestehe weiterhin das Henne-Ei-Problem: Angebot, Nachfrage und die Infrastruktur müssten simultan aufgebaut werden. „Dies kann zu Koordinationsproblemen und zur Verzögerung einzelner Projekte führen“, erklärte die EWI-Forscherin Ann-Kathrin Klaas. In Elektrolyseuren wird Wasser mit Hilfe von Strom in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. In einem klimaneutralen Wirtschaftssystem soll Wasserstoff eine zentrale Rolle spielen, auch bei der Stahlherstellung soll Wasserstoff zum Einsatz kommen.