Im französischen Transport- und Logistikgewerbe zeichnet sich für das letzte Jahresdrittel eine Reihe von Sozialkonflikten ab. Darauf wies der Spediteursverband TLF in seinem letzten Informatiosnbrief hin. Demnach haben die führenden Transportgewerkschaften CFDT, CGT und FO die Aufnahme neuer Verhandlungen über folgende Punkte verlangt: die Lohnklasseneinstufung für das Fahrpersonal, die Neufestsetzung der Kriterien für die Zahlung von Fahrspesen und die Gewährung eines 13. Monatsgehalts. Die den Kommunisten nahe stehende CGT fordert darüber hinaus einen verpflichtenden Grund-Tarif, eine Lohnskala auf der Basis von 152 Stunden und 2 zusammenhängende Ruhetage, die Sonntage inbegriffen. Die Arbeitgeberseite hat sich inzwischen schon gegen ein 13. Monatsgehalt ausgesprochen. Für die Unternehmen würde dies Mehrkosten von 8, 33 Prozent bedeuten. TLF verwies in einer Stellungnahme auf die Notwendigkeit, das konjunkturelle und soziale Umfeld mit zu berücksichtigen: die Verlangsamung der wirtschaftlichen Entwicklung, die Verschärfung des Wettbewerbs in Europa, aber auch die Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. Die führende, als gemäßigt geltende Gewerkschaft CFDT will die Forderung auf einem für den 28. Oktober angekündigten landesweiten Aktionstag zum zentralen Thema machen. (vr/jb)
Vor heißem Herbst in Frankreich?
Arbeitgeber und Arbeitnehmer über tarifliche Streitpunkte entzweit