Langen. Das sagte Dieter Kaden, Vorsitzender der DFS-Geschäftsführung, am Dienstag in Langen bei Frankfurt. Die Bundesregierung will möglichst noch in diesem Jahr 74,9 Prozent ihrer Anteile verkaufen, aber eine Sperrminorität von 25,1 Prozent behalten. Dadurch sollen mehrere Millionen Euro in öffentliche Kassen fließen. Gleichzeitig betonte Kaden, dass die Flugsicherungsgebühren vom 1. Januar 2007 an erhöht werden sollen, voraussichtlich um 13 Prozent. Die DFS-Kunden sollten an diesem Mittwoch Stellung dazu nehmen, die endgültige Entscheidung des Bundes werde im Herbst erwartet. Mit der Anhebung soll in den kommenden 15 Jahren ein Loch im DFS-Budget gestopft werden, das nach der Umstellung auf internationale Bilanzierungsmethoden entstanden ist. Wegen der neuen Bilanzierung mit niedrigeren erwarteten Zinsen mussten zusätzliche Rückstellungen von gut 780 Millionen Euro für künftige Pensionszahlungen gebildet werden. „Diese so genannte Lücke ist nicht durch irgendwelche Versäumnisse der DFS oder ihres Eigentümers, dem Bund, entstanden“, betonte Kaden. Zudem seien in der Planung auch Effizienzsteigerungen bei der DFS berücksichtigt. Zuletzt hatte die DFS die Streckengebühren in den vergangenen Jahren mehrmals gesenkt. Kaden widersprach Gewerkschaftern, die durch die Privatisierung einen Rückgang der Sicherheit fürchten. „Die deutsche Flugsicherung wird das bleiben, was sie in den letzten Jahren immer war: Ein Garant für die Sicherheit im deutschen Luftraum.“ Bundesregierung und Parlament hätten die Kapitalprivatisierung zu Recht damit begründet, dass die DFS mehr Freiraum für unternehmerisches Handeln gewinnen müsse, wenn sie in Europa bestehen will. Der europäische Luftraum wird 2007 für den Wettbewerb geöffnet. Bislang hätten Fluggesellschaften, Industrieunternehmen und Finanzinvestoren Interesse an einem Einstieg bei der DFS angekündigt, sagte Kaden. Im Geschäftsjahr 2005 erzielte die DFS niedrigere Erlöse und einen fast halbierten Jahresüberschuss. Der Umsatz sank von 923,4 Millionen Euro 2004 auf 881,7 Millionen Euro, der Überschuss von 36,3 Millionen Euro auf 18,2 Millionen Euro. „Das lag vor allem den wesentlich höheren Gebühren 2004“, sagte Kaden. Die nationalen Sätze in der Strecke seien 2005 um mehr als 20 Prozent, im An- und Abflug um über 28 Prozent gesenkt worden. Für 2006 erwartet Kaden, dass Umsatz und Überschuss konstant bleiben.
Verkauf der Flugsicherung: Investoren werden im Herbst vorgestellt
Die möglichen Käufer der bundeseigenen Deutschen Flugsicherung (DFS) werden voraussichtlich im Spätherbst vorgestellt.