Die politische Öffnung Europas nach Osten hat auch der italienischen Hafenstadt Venedig einen neuen Aufschwung beschert. Während sich der Güterumschlag 1999 noch auf 9,3 Millionen Tonnen belief, war diese Zahl bereits in den ersten neun Monaten dieses Jahrs erreicht. Die Hafengesellschaft hofft, bis 2004 die 15-Millionen-Grenze zu überschreiten. Im Stadtteil Marghera auf dem Festland, von wo aus die Waren in die Lagunenstadt transportiert werden, werden 250 Millionen Mark in Ausbau und Modernisierung der Umschlaganlagen investiert. Claudio Boniciolli, Präsident der Hafengesellschaft, kritisiert, dass die italienische Staatseisenbahn weiterhin nichts für den Ausbau ihrer Kapazitäten im alpenquerenden Güterverkehr im Nordosten des Landes tut. Dagegen soll die Autobahn Padua-Mestre, der Schaltstelle Venedigs, vierspurig ausgebaut und ein 90.000 qm großer Container-Umschlagterminal fertiggestellt werden, wodurch der Transport über die Straße jetzt schon Vorrang hat. Der venezianische Hafen Marghera tut für die Beschleunigung des Güterverkehr sein Möglichstes. 1994 dauerte das beladen oder Entladen eines Schiffes im Durchschnitt noch 2,7 Tage, heute genügen dafür 1,5 Tage, also fast die Hälfte der Zeit. (sir)
Venedig: Fracht- und Personenverkehr boomen
Schiene spielt bei der Versorgung der Lagunenstadt untergeordnete Rolle