Umfrage: Firmen wollen Kosten für "grüne Logistik" weiterreichen

01.08.2008 10:41 Uhr
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Grüne Logistik: Logistikdienstleister sollen Kosten tragen (Foto: ddp)
© Foto: ddp/Schlueter

Erhebung des englischen Marktforschungsinstituts Transport Intelligence: Auftraggeber erwarten, dass Logistikdienstleister Kosten für umweltfreundliche Logistik übernehmen

Guildford/Vereinigtes Königreich. Die meisten Unternehmen, die ihre Logistik umweltfreundlicher gestalten wollen, gehen davon aus, dass die Kosten dafür „zähneknirschend“ von ihren Logistikdienstleistern beziehungsweise Subunternehmern übernommen werden. Zu diesem Ergebnis kommt das englische Marktforschungsinstitut Transport Intelligence in seiner Untersuchung „Logistics & Transport Industry Environmental Survey“. Befragt wurden im Juni 2008 weltweit 450 Teilnehmer aus Logistikdienstleitung, Industrie und Handel, wovon der Großteil (rund 60 Prozent) aus Europa stammt. Aus dem Report geht hervor, dass drei Viertel aller Befragten, die Logistikverträge zu vergeben haben, in ihre Ausschreibungsunterlagen Klauseln bezüglich der Einhaltung von Umweltschutzrichtlinien aufnehmen. Bei der Mehrheit der Befragten (54 Prozent) fehlten allerdings Hinweise darauf, wie mit anfallenden Zusatzkosten verfahren werden soll. Für viele Logistikunternehmen wird dies nach Meinung der Autoren „zweifellos Anlass zur Verärgerung sein, da sie die Umweltmaßnahmen, die sie zwangsweise umsetzen müssen, als weitere von Kundenseite aufgebürdete Kostenlast empfinden“. Umweltschutz spielt wichtige Rolle bei Auftragsvergabe Dennoch gibt es für die Logistikdienstleister laut Transport Itelligence „kaum Alternativen zum Ausbau umweltfreundlicher Verfahren“. 70 Prozent der Unternehmen gaben an, dass bei der Auftragsvergabe die Einhaltung umweltrelevanter Standards „wichtig“ oder „sehr wichtig“ sei. Auf die Frage, in welchen Bereichen genau umweltfreundliche Maßnahmen ergriffen wurden, entfielen die meisten Antworten auf den Bereich Transport (33 Prozent). Dazu gehörten Initiativen wie Fahrerschulungen, der Einsatz von Hybridmotoren und ein besseres Leerfahrten-Management. Gleich wichtig waren mit jeweils ungefähr einem Viertel aller Antworten eine effizientere Planung durch den Einsatz von IT-Tools und eine gesteigerte Verwaltungseffektivität. Überraschenderweise nannten nur 15 Prozent der Befragten das Lagerwesen als einen der Bereiche, auf den sie ihre Aufmerksamkeit richteten. (pi)

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