Nach dem überraschenden Rückzug des erst vor einer Woche ernannten neuen Bahnchefs Belgiens, Christian Heinzmann, hat ein politischer Streit über Ursachen und Konsequenzen eingesetzt. Premierminister Guy Verhofstadt akzeptierte am Donnerstag in Brüssel den Vorschlag, dass Heinzmann, Verantwortliche der Bahngesellschaft SNCB und die Verkehrsministerin Isabelle Durant vor der Infrastruktur-Kommission des Parlaments gehört werden, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Vertreter der Opposition, aber auch Vertreter der Ampelkoalition von Verhofstadt forderten, mehr Licht in die Angelegenheit zu bringen. Verhofstadt und Durant bedauerten, es habe bei der Bahn Blockaden und Widerstände gegeben. "Er (Heinzmann) hat mir gesagt, dass er verärgert war über die Ablehnung gegen jegliche Erneuerung, sowohl von Seiten des Managements wie der Gewerkschaften", sagte Verhofstadt. Heinzmann hatte angegeben, er sei bedroht worden. Er, der frühere Chef der luxemburgischen Fluggesellschaft Luxair, war am Mittwoch zurückgetreten. Die Bahn steht vor Reformen, die das Unternehmen europaweit wettbewerbsfähiger machen sollen. (vr/dpa)
Überraschender Ausstieg von belgischem Bahnchef führt zu Streit
SNCB-Chef Heinzmann klagte über Widerstand gegen notwendige Reformen