Der Vorstand des Anbieters von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware verhandele derzeit mit potenziellen Finanzinvestoren und strategischen Investoren, teilt das Unternehmen mit. Ziel der Gespräche sei es, die finanziellen Voraussetzungen für den Fortbestand des Unternehmens zu schaffen. Wenn nicht umgehend Geld in die Kasse kommt, dann muss der Vorstand wegen Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag stellen. Aber auch in diesem Fall würden die Gespräche fortgesetzt, heißt es weiter. Noch im Mai hatte Brain für das Gesamtjahr 2002 einen operativen Gewinn von 1,2 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Mitte Juni, im Rahmen der Gewinnwarnung, leitete das Brain-Management aus der Entwicklung des Produktumsatzes erste Anzeichen einer anziehenden Investitionstätigkeit her. Nur drei Wochen später ist die "verschärfte Zurückhaltung bei IT-Investitionen" vor allem auf dem deutschen Markt der Auslöser für die drohende Zahlungsunfähigkeit.
Über Brain kreist der Pleitegeier
Erst hatte Brain International seine Investoren Mitte Juni vor sinkenden Gewinnen gewarnt, jetzt bekamen die Deutschland-Mitarbeiter ihre Juni-Gehälter nicht. Etwa 550 der rund 900 Arbeitnehmer des Konzerns gingen leer aus.