TÜV-Fusion vorerst gescheitet

27.08.2008 16:40 Uhr
Tüv Süd
(Bild: TÜV Süd)
© Foto: Tüv Süd

Prüffirmen ziehen Antrag zurück: Kartellamt sieht marktbeherrschende Stellung

München/Köln. TÜV Süd und TÜV Rheinland haben ihre Fusionspläne vorerst auf Eis gelegt. Beide Unternehmen haben ihren Antrag auf einen Zusammenschluss beim Bundeskartellamt nach eigenen Angaben mit sofortiger Wirkung zurückgezogen. Damit reagierten die Firmen auf die Ankündigung der Wettbewerbshüter, den Zusammenschluss in der geplanten Form zu untersagen. An den Fusionsplänen wollen die beiden Prüfgesellschaften allerdings festhalten. Die Vorstände beider Firmen wollen nun beraten, wie die kartellrechtlichen Anforderungen erfüllt werden können. Mit der TÜV-Fusion wäre ein Unternehmen mit einem Umsatz von rund 2,2 Milliarden Euro und 25.000 Beschäftigten entstanden, das weltweit nur noch von der börsennotierten Schweizer Gesellschaft SGS übertroffen würde. In Deutschland hätte das Unternehmen den Stuttgarter Prüfkonzern Dekra von der Spitze verdrängt. Nach Ansicht des Kartellamtes würde der geplante Zusammenschluss insbesondere in den gerade erst liberalisierten Marktbereichen der Überprüfung von Fahrstühlen, Druckgeräten und explosionsgefährdeten Anlagen eine marktbeherrschende Stellung gewinnen. Dies würde zu Wettbewerbsverzerrungen führen. Die Behörde hatte die Unternehmen schriftlich abgemahnt und um weitere Stellungnahmen gebeten. „Die Gespräche mit dem Bundeskartellamt haben gezeigt, dass zum jetzigen Zeitpunkt mit den unterbreiteten Vorschlägen keine Einigung zu erzielen war", teilten TÜV Rheinland und TÜV Süd mit. Durch die Rücknahme des Antrags beim Kartellamt wollten die Unternehmen einen negativen Bescheid der Wettbewerbshüter vermeiden, erläuterte ein Sprecher des TÜV Rheinland. „So halten wir uns alle Möglichkeiten offen, die Zustimmung des Kartellamtes doch noch zu erreichen." Die Erfahrungen aus dem bisherigen Verfahrensverlauf könnten auf dem weiteren Weg zum Zusammenschluss genutzt werden, um zu einer sinnvollen Lösung zu kommen, hieß es. Die geplante Fusion biete große Wachstumschancen. Bereits vor einem Jahr war der geplante Zusammenschluss von TÜV Süd und TÜV Nord wegen Differenzen über die künftige Führung und zu hoher Auflagen geplatzt. (dpa)

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