Trotz Vulkanausbruch: Lufthansa erwartet Gewinne

29.04.2010 17:30 Uhr
Lufthansa, Flugzeuge, Flughafen München
Durch das Flugverbot hat die Lufthansa einen Schaden von 200 Millionen Euro erlitten
© Foto: Flughafen München

Lufthansa rechnet für 2010 mit operativem Ergebnis über 130 Millionen Euro / Luftfracht im Aufwind / Harsche Kritik an Krisenmanagement von Politik und Behörden

Berlin. Die Lufthansa bleibt trotz streikender Piloten und der Vulkanasche aus Island auf ihrem Gewinnkurs. Das operative Ergebnis soll 2010 höher ausfallen als im Vorjahr, als 130 Millionen Euro ausgewiesen wurden. Im ersten Quartal habe es mehr Nachfrage nach Tickets gegeben, sagte Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber am Donnerstag auf der Hauptversammlung. "Genauere Prognosen wären allerdings zu diesem Zeitpunkt unseriös", sagte er. Scharf kritisierten er und Aufsichtsratschef Jürgen Weber das Krisenmanagement von Politik und Behörden nach dem Vulkanausbruch in Island. Die Lufthansa habe durch die Flugverbote einen Schaden von fast 200 Millionen Euro erlitten. Weber sagte "als Luftfahrtmanager und Ingenieur", die Aschekonzentration und der Gefährdungsgrad seien nicht umgehend durch Messungen überprüft worden. Die Verantwortlichen hätten "Milliardenschäden hingenommen". Mayrhuber forderte einen Lernprozess, um die Defizite im Krisenmanagement aufzuarbeiten. Heute sei klar, "dass die Gefahrensituation überschätzt und ihre Folgen unterschätzt worden sind". Luftfracht im Aufwind Alleine im deutschen Luftraum waren wegen der Flugverbote Mitte April rund 40.000 Flüge ausgefallen; Millionen Reisende saßen fest. Im Februar waren wegen eines Streiks der Piloten bereits 2000 Flüge gestrichen worden. Die Lufthansa hatte die Belastung damals auf 48 Millionen Euro beziffert. Im eigentlichen Geschäft erkennt die Lufthansa inzwischen wieder ermutigende Anzeichen. Bei den Interkontinentalflügen gebe es eine Marktbelebung und auch bei der Luftfracht gehe es aufwärts, sagte Mayrhuber. Nach dem Nettoverlust im Krisenjahr 2009 wolle die Lufthansa für 2010 wieder eine Dividende zahlen. Für 2009 sollen die Anteilseigner auf eine Dividende verzichten, nachdem die Lufthansa unter dem Strich einen Verlust von 112 Millionen Euro eingeflogen hatte. Von Aktionären erntete die Lufthansa-Führung vor allem Lob für ihr Abschneiden in der Krise. "Der Kranich hat zwar Federn lassen müssen, aber er steht nicht gerupft oder gar nackt da", sagte Axel Zühlke von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung. Bis zum Nachmittag legte das Papier um 2,99 Prozent auf 12,57 Euro zu und gehörte damit zu den stärksten Werten im Leitindex Dax. (dpa)

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

WEITERLESEN



NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.