Trotz etlicher Unsicherheiten rechnet Russlands Regierung fest mit dem Verkehrskorridor zwischen Europa und Asien. Dabei soll die Transsibirische Eisenbahn ihre alte Bedeutung wieder erlangen und erheblich ausgebaut werden. Dank der 7.000 Kilometer langen Gleisanlagen werden Frachten vom Pazifik nach Zentraleuropa theoretisch wenigstens sechs Tage schneller befördert als durch den Suezkanal. Praktisch aber verkam die Transsib in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr. Trotz der statistischen Jahreskapazität von 150.000 Containern reichte es 1999 nur noch zu knapp 20.000 transportierten Containern. Zwar verdoppelte sich die Menge im letzten Jahr. Maßnahmen gegen die Kriminalität auf und neben der Strecke machten sich für Moskau bezahlt. Jetzt aber fehlt schon wieder das Geld in jedem Bereich. Dazu gibt es neue politische Probleme. So sabotiert der Hafen Wladiwostok aus Angst vor Umsatzeinbußen nach Kräften den Ausbau der südlichen Transsib. Dort ist neuerdings nicht mehr klar, ob Nordkorea wirklich den ständigen Transitverkehr mit Südkorea erlaubt. Ohne ihn endet der Korridor in einer Sackgasse. (vr/jpd)
Transsibirische Eisenbahn bleibt Hoffnungsträger
Frachtweg sechs Tage schneller als durch den Suezkanal