Der Branchenzweig der Transportversicherer will nicht länger die "Kavallerie der Versicherer" sein: schneidig, aber dumm. Höhere Prämien und vor allem tiefe Einschnitte beim Versicherungsschutz sollen die seit Jahren rote Zahlen schreibende Sparte sanieren. "Die Transporteure stehen jetzt einer geschlossenen Sanierungsfront gegenüber", warnt Franz-Rudolf Golling, im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft Vorsitzender des Transportausschusses. Angesichts der Krise haben sich die Assekuranzen vergangene Woche in Köln getroffen. Ziel ist eine Schaden- und Kostenquote von brutto unter 100 Prozent. Im Jahr 2001 machte die Branche mit jeder Prämienmark 26 Pfennig Verlust. Künftig will die Assekuranz den Spediteuren nur noch die Haftungsversicherung anbieten. Die bisher mit eingeschlossene Schadenversicherung entfällt oder muss einzeln nach einem Baukastensystem hinzugekauft werden, empfiehlt der Verband. Das Lagerrisiko soll zeitlich und im Volumen begrenzt werden, da wegen der veränderten Weltlage eine nicht berechenbare Häufung von Risiken befürchtet wird. Auf Drängen der Rückversicherer sollen nun Informationen von den Versicherungsnehmern eingefordert werden. Außerdem verteuern sie die Prämie für die Erstversicherer um 50 bis 300 Prozent, berichtet Karl-Gerhard Metzner von Gerling. Da unter Transport mannigfaltige Risiken subsumiert sind, galt lange: "Was sich schlecht versichern lässt, geht zu Transport". So hatten die Rückversicherer selbst beim Terroranschlag auf das World Trade Center Transportschäden zu begleichen. Den Bundesverband Spedition und Logistik haben die Einschränkungen im Versicherungsschutz überrascht. Die Spediteure werden kein grundsätzlich anderes Produkt akzeptieren, sondern allenfalls über Änderungen des bisherigen reden, sagt Hubert Valder vom Bonner Verband. Nach seinen Beobachtungen weichen die Mitglieder Preiserhöhungen durch höhere Selbstbehalte und ein besseres Risikomanagement aus, das vom Versicherer oft mit einem Bonus honoriert wird. Die Suche nach ausländischen Versicherern wird für die zumeist mittelständischen Unternehmen kaum ein Ausweg sein - zumal die deutschen Anbieter bisher auch als eher preiswert galten. (tw/vwd)
Transportversicherer kämpfen gegen Verluste
Nicht länger "Kavallerie der Versicherer" – Einschnitte beim Versicherungsschutz sollen schwarze Zahlen bringen