Transnet erörtert Fusionspläne mit GDBA

26.10.2009 13:22 Uhr

Beide Gewerkschaften streben nach eigenen Angaben eine schlagkräftigere Einheit an

Fulda. Auf dem Weg zu einer Fusion mit der Verkehrsgewerkschaft GDBA hat der Hauptvorstand von Transnet heute in Fulda mit dreitägigen Beratungen begonnen. Beide Gewerkschaften streben nach eigenen Angaben eine schlagkräftigere Einheit an. Vor zwei Wochen war aus Gewerkschaftskreisen bekannt geworden, dass die Spitzen beider Organisationen eine Verschmelzung wollen. Am Donnerstag tagen auch die Spitzenleute der GDBA in Fulda. Am Freitag sollen in Frankfurt am Main Ergebnisse der Gespräche bekanntgegeben werden. Bei einem Zusammengehen entstünde eine Gewerkschaft mit 270.000 Mitgliedern. Es wäre der größte Zusammenschluss seit der Entstehung von Verdi 2001 aus fünf Gewerkschaften. Der Hauptvorstand wolle einen Beschluss erarbeiten, der am Dienstag dem Beirat vorgelegt werde, sagte ein Transnet-Sprecher. Eine „Kooperation“ wollen beide Organisationen bis Ende 2010 erreichen. Seit 2005 arbeiten beide schon in einer Tarifgemeinschaft bei Konflikten mit der Deutschen Bahn zusammen, um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu erzielen. Völlig offen sei noch, wie die Verzahnung der beiden Gewerkschaften aussehen und unter welchem Namen die neue Union firmieren könnte, sagte der Transnet-Sprecher. Auch die GDBA betonte, man stehe noch am Anfang des „Veränderungsprozesses“. Ein Sprecher sagte: „Wir wollen nicht von Fusion sprechen. Das würde bedeuten, dass der Größere den Kleineren schluckt. Wenn wir uns annähern, wird das auf Augenhöhe geschehen. Wir wollen uns breiter aufstellen.“ Ein Gewerkschaftstag der GDBA müsste ohnehin noch seine Zustimmung geben. Einer der Knackpunkte bei der Kooperation wird sein, unter welchem Dach beide Gewerkschaften künftig Seite an Seite kämpfen wollen: unter dem des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), zu dem Transnet mit seinen 230.000 Mitgliedern gehört, oder unter dem des Deutschen Beamtenbundes (dbb), zudem die GDBA mit ihren 40.000 Anhängern gehört. Das Größenverhältnis spricht für die DGB-Lösung. Transnet will zudem in Fulda über politische Weichenstellungen durch den Koalitionsvertrag sprechen. Themen seien auch die Finanzierung der Infrastruktur, die Privatisierungspläne der Deutschen Bahn und der immer schärfere Ausschreibungswettbewerb im Regionalverkehr. (dpa)

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