Berlin.Die wichtigsten Verkehrsprojekte zur Verbindung von West- und Ostdeutschland sollen bis zum 2017 vollendet sein. Diesen Zeitrahmen nannte Bndesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Dienstag in Berlin. Der Ost-Beauftragte der Bundesregierung zog eine positive Zwischenbilanz des Programms "Verkehrsprojekte Deutsche Einheit", das 1991 ins Leben gerufen wurde. 27,4 Milliarden Euro und damit mehr als zwei Drittel der gesamten Investitionssumme seien bis Ende 2007 verbaut worden. Anfang September soll das neunte von 17 Vorhaben komplett fertiggestellt sein: Die 70 Kilometer lange Autobahn A 73 von Lichtenfels in Bayern nach Suhl in Thüringen. Die größten Probleme gibt es derzeit bei der Verlängerung der Autobahn A 14 Halle- Magdeburg bis zur A 24 nahe Schwerin und bei der Bahntrasse Nürnberg- Erfurt-Leipzig. Die A 14 verläuft derzeit von der A 4 zwischen Chemnitz und Dresden über Leipzig und Halle nach Magdeburg. Von dort soll sie über Wittenberge bis zur A 24 verlängert werden. Die Kosten für die 154 Kilometer lange Strecke wurden ursprünglich mit 775 Millionen Euro veranschlagt, steigen nach neuen Berechnungen aber auf 1,28 Milliarden Euro. Tiefensee sagte dazu: "Wir haben es zu tun mit einer immensen Kostensteigerung innerhalb nur weniger Monate." Er erwarte, dass der Verkehrsminister von Sachsen-Anhalt, Karl-Heinz Daehre (CDU), bald Vorschläge mache, wie die Kosten "gedämpft" werden könnten. Zwei Drittel der Strecke verläuft durch Sachsen-Anhalt, der Rest durch Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Bei den Bahntrassen liege das Hauptaugenmerk auf der ICE- Verbindung Berlin-München, sagte Tiefensee. Nach dem Ausbau der Strecke Berlin-Leipzig hat die Bahn die Fahrzeit auf 1:15 Stunden reduziert. Der Abschnitt Erfurt-Leipzig/Halle soll nach Worten Tiefensees bis 2015 fertig sein, zuletzt wurden dafür 2,68 Milliarden Euro veranschlagt. Drei Tunnel auf der Neubaustrecke machen das Vorhaben kompliziert. Schließlich soll die Teilstrecke Ebensfeld- Erfurt bis Ende 2017 betriebsbereit seien. Dann wäre es ICE-Zügen möglich, in weniger als vier Stunden von Berlin nach München zu fahren. Tiefensee bewertete den Nutzen der Verkehrsprojekte ohne Einschränkung positiv: "Die Rechnung ist aufgegangen." So habe der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern von der Autobahn 20 Lübeck-Stettin profitiert und die Solarwirtschaft in Sachsen-Anhalt vom Ausbau der A 9. Ohne eine leistungsfähige A 9 wäre auch das Luftfahrtdrehkreuz der Post-Tochter DHL auf dem Flughafen Leipzig/Halle nicht entstanden, sagte der Bundesverkehrsminister. (dpa)
Tiefensee: Verkehrsprojekte Deutsche Einheit sind bis 2017 fertig
Bundesverkehrsminister setzt genauen Zeitrahmen fest