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Thüringen verlängert Pilotversuch für EuroCombi

Der Einsatz der überlangen Lastzüge bleibt umstritten (Bild: VR)
© Foto: VR

Bundes-SPD kritisiert Entscheidung / Transporte mit 25-Meter-LKW können bis Jahresende weitergehen


Datum:
07.01.2009
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Erfurt/Stuttgart. Thüringen verlängert den Pilotversuch für die bis zu 25 Meter langen Lastwagen. Die Zwieback-Transporte von Ohrdruf nach Gotha könnten von März bis Ende des Jahres weitergehen, bestätigte das Verkehrsministerium auf Medienanfrage. Die Spedition habe zunächst eine einjährige Genehmigung bis Mitte März gehabt. Es habe keine Unfälle, Behinderungen oder ähnliches gegeben, sagte eine Ministeriumssprecherin. Im Vergleich zu Transporten mit kleineren Fahrzeugen hätte das Unternehmen täglich 600 Kilometer und 152 Liter Kraftstoff gespart, begründete das Ministerium die Verlängerung des Pilotversuchs. Das zweite Unternehmen, das eine Genehmigung für einen EuroCombi-Versuch erhalten hatte, habe davon keinen Gebrauch gemacht. Der Matratzenhersteller aus Weida habe nicht einen EuroCombi auf der genehmigten Strecke zum Güterverkehrszentrum Erfurt in Bewegung gesetzt, sagte die Sprecherin. „Dass die Thüringer Regierung den Pilotversuch mit dem Gigaliner verlängert hat, ist nicht nachvollziehbar. Statt den Unsinn zu stoppen, erklärt der zuständige Landesminister, der Laster bewege sich unauffällig und verlängert mit dieser Begründung den Modellversuch", kritiserte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Klaas Hübner. Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland sei jedoch nicht für die überlangen Laster ausgelegt. Diese grundlegenden Bedenken könne ein Testlauf mit einem einzelnen Fahrzeug auf einer festgelegten Strecke nicht widerlegen. „Die Thüringer Landesregierung wäre gut beraten, den unsinnigen Modellversuch sofort zu stoppen und verkehrspolitisch sinnvollere Akzente zu setzen", so Hübner. Der Verein „Allianz pro Schiene“ kritisierte ebenfalls die Entscheidung des Freitstaates. Es sei unbegreiflich, dass Thüringen die Meinung der Verkehrsministerkonferenz ignoriere, die sich im Oktober 2007 gegen die Eurocombis ausgesprochen habe. Nach Ansicht der Initiative gefährden die Laster die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer und verhinderten eine Verlagerung von mehr Transporten auf umweltfreundlichere Schienenverbindungen. Der Verein hat nach eigenen Angaben 16 Mitgliedsverbände, darunter etwa den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und die Gewerkschaft Transnet. (dpa/sb)

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