Damit möchte das Unternehmen nach den herben Kursverlusten der vergangenen Wochen ein Zeichen setzen und beweisen, dass man sich wenigstens selbst vertraut. Gleichzeitig bestätigt das Luxemburger Unternehmen, dass es keinen Anlass habe, seine Finanzplanung für das laufende Jahr zu revidieren. Die operativen Kennzahlen würden auf ein "sehr gutes erstes Quartal" schließen lassen. Thiel rechnet also nach wie vor mit einem Umsatz von 1,6 Milliarden Euro und einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 109 Millionen Euro. In den letzten Tagen wurden immer wieder Gerüchte laut, dass die Bilanzen bei Thiel nicht stimmen würden. Was genau daran nicht korrekt sei, blieb aber stets unklar. Aus Luxemburg ist dazu jetzt zu hören, man habe 2001 keine Bilanzierungsprobleme. Einen Wertberichtigungsbedarf für übernommene Unternehmen sehe der Konzern derzeit nicht. Das gelte für die Akquisitionen aus 2001 genauso wie für die im Januar dieses Jahres übernommene Birkart Globistics. Begonnen hatte der rapide Absturz der Aktie mit der überraschenden Kapitalerhöhung im März dieses Jahres. Zur Erklärung hieß es damals, das Geld werde zur Finanzierung anstehender größerer Outsourcingprojekte gebraucht. Konkreter wurde Thiel bis heute allerdings nicht. Noch sind keine Abschlüsse gemeldet worden. Dass die zusätzlichen Aktien kurzfristig den Kurs belasten, ist nichts außergewöhnliches. Das Ausmaß war es schon. Dazu hieß es, institutionelle Investoren aus Übersee seien aus dem Unternehmen ausgestiegen. Dann kamen fast zeitgleich mit dem Skandal um die frisierten Comroad-Bilanzen die Gerüchte um das Thiel Zahlenwerk auf. Der Kurs fiel unaufhörlich. Weder der Rückkauf von 150.000 eigenen Aktien durch das Management noch die Spekulationen bezüglich einer Übernahme von Thiel durch einen Wettbewerber konnten den Kurs stützen.
Thiel kauft sich jetzt selber
Der Logistikdienstleister Thiel will in den kommenden Wochen bis zu zehn Prozent seiner eigenen Aktien zurück kaufen.