Darmstadt: Zu der Veranstaltung der Technischen Universität Darmstadt fanden rund 80 Einkaufs- und Logistikexperten der Textilwirtschaft den Weg nach Darmstadt, um über die Veränderungen, die sich Anfang des Jahres durch die Freigabe der Einfuhrquoten für Textilien in die EU ergeben haben, zu diskutieren. Nach Meinung der Referenten aus Handel, Dienstleistung und Wissenschaft wird das Ansteigen des chinesischen Marktanteils nicht zu Lasten der Türkei gehen, die neben China der wichtigste Hersteller von Bekleidungsartikeln für Deutschland ist. Vielmehr seien Länder wie Indonesien oder Kambodscha betroffen, die bisher von den Quoten profitiert haben. Ein starkes Wachstum wie in China werde es am Bosporus aber auch nicht geben. Die Türkei müsse – um Wettbewerbsfähig zu bleiben, ihre Leistungsfähigkeit verbessern. So monierten die Fachleute vor allem die mangelnde Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der türkischen Lieferanten. Vorteilhaft seien in der Türkei neben der Qualität auch die Marktkenntnis der Anbieter. Diese sei in China nicht vorhanden. Das Reich der Mitte glänze vielmehr mit einer qualitativ hervorragenden Auftragsfertigung zu sehr günstigen Preisen. Dieser Kostenvorteil bleibe bei den meisten Produkten trotz der höheren Logistikkosten bestehen, so eine Untersuchung der Unternehmensberatung Kurt Salmon Associates.
Textil: Quotenfreigabe bedroht Türkei derzeit nicht
Die Türkei muss derzeit keinen Einbruch als Beschaffungsmarkt für Textilien befürchten. Zu diesem Ergebnis kamen gestern die Experten der Textil-Tagung „Beschaffungsmärkte Türkei und China im Vergleich“.