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Telematik in der Praxis

Die BLG-Beton-Gruppe kann nun leichter auf Planungsabweichungenn reagieren.
© Foto: BLG Beton

Die Vorteile von Telematiksystemen sind vielfältig. Die folgenden Beispiele aus der Praxis zeigen, welchen Nutzen Telematik den einzelnen Speditionen bringen kann.


Datum:
16.09.2010
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Praxisbeispiel 1: Mit Telematik Touren besser planen

Die BLG-Beton-Gruppe hat für einen nicht ganz sechsstelligen Betrag 87 Fahrmischer mit dem Bau-Ressourcen-Managementsystem (BRM) Tom Tom Work ausgestattet. Das Flottenmanagementsystem beinhaltet die Software Webfleet, die die Navigation und das BRM samt Kundeninformation, Auftragsdaten und Rechnungshistorien über die Schnittstelle webfleet.connect zusammenführt. Sämtliche Informationen über die Touren der Betonmischer, die Fahrzeugortung sowie die genauen Ankunfts- und Lieferzeiten laufen in der Disposition zusammen. Die Dispositionslösung für den Beton-Transport stammt von dem österreichischen Unternehmen Dorner.

Ein Tom Tom Gerät kostet zusammen mit dem Linkgerät, also dem Modem, etwa 700 Euro pro Fahrzeug. Je nach Tarif kommt ein monatlicher Betrag von etwa 20 Euro pro Fahrzeug für die Nutzung von Tom Tom Work hinzu. Sonderprogrammierungen wie spezielle Auswertungsmöglichkeiten oder Notizfelder gibt es für einen Aufpreis.

„Wir müssen eventuelle Abweichungen von der Planung sofort mitberücksichtigen können“, betont Manfred Aigner, Disponent bei BLG-Beton. Da durch Tom Tom Work vieles automatisch gesteuert werde, könne er jetzt leichter auf Abweichungen von der Planung reagieren. Außerdem können die Ausweichmöglichkeiten von Touren schneller koordiniert werden. Zeitraubende Telefongespräche mit dem LKW-Fahrer zur Abstimmung sind so nur noch selten nötig.

Praxisbeispiel 2: Spritsparen durch bessere Tourenplanung

Seit 40 Jahren versorgt die Kurt Ullrich GmbH aus Stuttgart-Feuerbach ihre Kunden mit Frischware und Tiefkühlkost. 20 Kühlfahrzeuge fahren dafür etwa 25 Abladestellen pro Tour an. Die Gesetzgebung fordert, dass im Zwei-Kammer-Frachtraum für Frischware und Tiefkühlware die Kühlkette durch eine lückenlose Aufzeichnung nachgewiesen werden kann.

Um diesen gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden, hätte die Spedition die Fahrzeuge mit einfachen Temperatur-Loggern ausrüsten können. „Wir wollten aber ein System, dass die ständige Temperaturüberwachung, Disposition und Navigation in einem Paket anbietet“, erklärt Jürgen Pfitzner, Qualitätsmanager der Spedition. Seit Anfang 2009 sind deshalb alle Kühlfahrzeuge mit dem Telematiksystem FB 6000 von Funkwerk Eurotelematik ausgestattet.

Die Temperaturerfassung erfolgt mit dem Cargo-Store-System der Firma Engelmann, das über eine Schnittstelle die Temperaturdaten an den FB 6000 Bordrechner liefert. Das Gerät überträgt die Daten per GPRS-Kommunikation in die Zentrale. Dort archiviert der Funkwerk Fleet Server die Daten, der Funkwerk Cargo Fleet-Client sogt für die Visualisierung. Vorteil dieser Aufzeichnung ist, dass die Mitarbeiter der Spedition bei möglichen Reklamationen von Kunden die Daten sofort analysieren können.

Neben der Temperaturmessung erfasst das Telematiksystem die Bestellungen der Kunden in einem ERP-System (SAP) und übergibt sie über eine Software-Schnittstelle an den Cargo-Fleet-Client. Dort verteilt sie der Disponent per Drag-and-Drop mit einem Mausklick auf die Fahrzeuge und der Fahrer sieht seine vorgegebene Tour auf dem FB 6000-Display in seinem LKW. „Durch die richtige Reihenfolge werden die Touren effizient geplant und dadurch Zeit und Kilometer gespart“, erklärt der Qualitätsmanager.

Insgesamt hat das Unternehmen 70.000 Euro in das System investiert. Pfitzner rechnet damit, dass sich das System innerhalb von drei Jahren amortisiert hat. Denn durch die besser geplanten Touren werden Kilometer gespart. Damit sinken automatisch der Spritverbrauch und die Kosten.

Praxisbeispiel 3: Transparenz gegenüber dem Kunden schaffen

Insgesamt 30 Fahrzeuge der Spedition Boos und seiner Partner hat die Firma Datcom mit Telematik ausgerüstet. Ziel dieser Maßnahme war es, die Kunden mit möglichst genauen Informationen über den Stand der Warenauslieferung zu versorgen. Denn ein wichtiges Einsatzgebiet für die Fahrzeugflotte ist die Bedienung einer Filialkette im süddeutschen Raum. Die Filialleiter wollen den Lieferzeitpunkt möglichst genau wissen, um die nach Stunden bezahlten Aushilfskräfte gezielt einzuplanen. So kann die Ware unmittelbar nach Eintreffen der LKW eingeräumt werden.

Staus und Straßensperrungen sowie fehlende oder mangelhafte Kenntnisse der Fahrtrouten können zu Verspätungen führen. Die Telematik stellt nicht nur eine Tour, sondern auch alle Informationen über Verkehrsbehinderungen in Echtzeit zur Verfügung. Bei Tourenänderungen kann die Zentrale die Kunden zeitnah informieren, wie der neue „Fahrplan“ aussieht.

Die Technik der Datenübermittlung wird durch einen Onboard-Computer, der sogenannten S-Box gesteuert. Hier laufen alle relevanten Angaben über den Standort und Status des jeweiligen Fahrzeugs zusammen. Erfasst werden Informationen über die Fahrzeugnutzung. Dazu zählen unter anderem Fahr-, Stand- und Leerlaufzeiten und die tatsächlich zurückgelegte Strecke. Alle gewonnenen Aufzeichnungen werden mittels GPRS-Technik zur Unternehmenszentrale übertragen. „Während in der Vergangenheit die Ankunft der Spedition auf einen halben Tag genau geplant werden konnte, ist jetzt eine Bestimmung auf rund 30 Minuten genau möglich“, sagt Daniel Hengst von Datcom.

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